Die Thür des kleinen Hauses ging nach dem Garten, er mußte durch diesen eilen, dann faßte ihn eine weibliche Hand, leitete ihn durch einen finstern Gang, und eröffnete eine kleine Stube, aus welcher ihm der Schein einer Lampe und das Feuer auf dem Heerde entgegen schimmerte. In der Ecke saß bei der Lampe eine häßliche Alte und spann, das junge Mädchen, das ihn hereingeführt hatte, machte sich am Heerde zu thun, und lange konnte er vor dem ungewissen wankenden Schein die Gestalten nicht näher prüfen, lange konnte kein Gespräch gangbar werden, weil das Getöse des Donners alles übertäubte.

Das ist ein grausames Unwetter, sagte in einer Pause die Alte mit krächzender Stimme. Woher seid Ihr denn, junger Mensch?

Ich komme von Padua, seit heut Abend.

Weither, rief die Alte, liegt ja sechs Stunden von hier. Wo wollt Ihr denn hin, da hier keine Landstraße geht?

Weiß es nicht, mag es auch nicht wissen. Der Unglückliche ist nicht fähig, einen Plan zu entwerfen, oder für die Zukunft zu sorgen. Wie wohl würde mir seyn, wenn es für mich gar keine Zukunft gäbe.

Sprecht irre, junger Mensch, und das muß nicht seyn. — Ei! rief sie aus, indem sie die Lampe erhob und ihn näher betrachtete, ja gar ein Florentiner! Das Wamms und den Kragen habe ich lange nicht gesehn. Je nun, das hat mir wohl auch was Gutes zu bedeuten. Hat mir das garstige Gewitter also einen lieben Gast bescheert; denn wißt nur, mein junger Herr, ich bin auch aus dem gesegneten Lande. Ja, Florenz! Ach, wer doch einmal wieder auf deinen Boden treten und die theuren Berge und Gärten wieder sehn könnte! Und Euer Name, lieber, junger Herr?

Antonio Cavalcanti, sagte der Jüngling, der wegen der Landsmannschaft zu der häßlichen Alten mehr Vertrauen faßte.

O welcher Ton, rief sie wie begeistert aus: ja Cavalcanti, so einen habe ich vor Jahren wohl auch gekannt, einen Guido.

Der war mein Vater, rief Antonio.

Und lebt nicht mehr?