Daß wir da lagen, _ wüßt' es Jemand,
Das hüte Gott! so schämt' ich mich.
Wes wir da pflagen, _ nimmer Niemand
Befinde das, denn er und ich
Und ein kleines Vögelein!
Tandaradai!
Das mag wohl getreue seyn.
(I 115b)

was, war. schöne beide, Beiwort des nachfolgenden: Blumen und Gras. Friedel, Liebster. hehre Fraue! wohl nicht Anrede an eine Vertraute, sondern Ausruf zu Marien. immermeh, immermehr, immerfort. tausendstund, tausendmal. getreue, verschwiegen.

Wir lassen noch einige der kleineren Liebeslieder folgen:

Mich däuchte, daß mir nimmer
Lieber würde, denne mir zu Muthe was.
Die Blumen fielen immer
Von dem Baume bei uns nieder in das Gras.
Seht! da mußte ich vor Freuden lachen.
Da ich so innigliche
War im Traume reiche,
Da taget' es und mußt' ich wachen.
(I 137a)


Daß ich dich so selten grüsse,
Das ist ohn' alle arge Missethat.
Ich will wohl, daß zürnen müsse
Lieb mit Liebe, wo es von Freundes Herzen gaht.
Trauren und werden froh,
Sanfte zürnen, sehre sühnen:
Das ist der Minne Recht, die Herzeliebe will also.
(I 123b)


In einem zweifelichen Wahn
War ich gesessen und gedachte,
Ich wollte von ihrem Dienste gahn,
Nur daß ein Trost mich widerbrachte.
Trost mag es doch nicht heißen, es
Ist viel kaum ein Tröstelein,
So kleine, wenn ich euch das sage, ihr spottet
mein;
Doch freuet sich selten Jemand, der nicht wisse:
wes.

Mich hat ein Halm gemachet froh,
Er sagt: ich solle Gnade finden.
Ich maß dasselbe kleine Stroh,
Wie ich zuvor gesehn bei Kinden.
Höret und merket, ob sie's denne thu'?
Sie thut nicht, sie thut! sie thut nicht, sie thut!
sie thut nicht, sie thut!
Wie oft ich also maß, war stets das Ende gut.
Da gehört auch Glaube zu.
(I 142)

Einen höheren Schwung nimmt das nachfolgende Mailied: