(II 67b)

[66] Die Worte Tanhusers: »Der sein' Treue nie zerbrach &c.« entsprechen augenscheinlich dem Schlusse von Walthers Lied: »Von Gotte würde ein Engel eh' verleitet.« Auch die weitere Zeile von Tanhuser: »Er sollte des Reiches Krone tragen &c.« deutet auf die Stelle in einem andern Liede Walthers:

Möcht' ich ihn han gekrönet,
Die Krone wäre heute sein.
(I 136b)

In kurzen Zeiten das geschieht,
Daß man wohl eine Krone
Schöne auf seinem Haupte sieht.
(II 59)

[67] Albinus, Meißnische Land- und Berg-Chronika. Dresd. 1589 S. 195

[68] Diese Strophe steht in der Pf. Hds. 357 Bl. 41b unmittelbar vor der andern auf Reinmars Tod. Sie ist Walthers nicht unwerth; nur ist der Text in jener Hds. verdorben. Das Lied Reinmars, worauf sie sich bezieht, ist noch vorhanden (I 67a). So finden sich auch unter Walthers Liedern zwei Gesätze (I 137), welche auf Strophen von Reinmar (I 64b Vgl. 68b 7) in der gleichen Tonweise wettstreitend antworten.

[69] Vgl. Robyn (CLXIII):

Reinmar, mich reuet sehre
Dein Sinn und auch dein Tod &c.

[70] Beispiele sind, besonders in den Anmerkungen, manche ausgehoben worden. Was als Gebrauch dichterischen Gemeinguts und was als wirkliche Nachahmung anzusehen sey, darüber mögen freilich im einzelnen Falle die Ansichten verschieden seyn.

[71] Diesen hat J. Grimm (Ueber den altdeutschen Meistergesang, Gött. 1811) überzeugend nachgewiesen; ebenso die Identität der Meister des dreizehnten Jahrhunderts mit sämmtlichen Minnesängern, nicht minder, daß die Meistersängerschule den Grundsatz der Dreitheiligkeit von den ältern Meistern ererbt. Nur scheint es mir, besonders in Betrachtung der Gedichte Walthers, daß die Abtheilung in Stollen und Abgesang bei den Aelteren nicht in dem Maaße herrschend gewesen, als Grimm annimmt.