[72] Das Vorstehende meist nach der trefflichen Geschichte Kaiser Friedrichs des Zweiten. Züllichau und Freist. 1792

[73] Ohne Zweifel hat Ottokar von Horneck das obige Lied vor Augen gehabt, (wie auch Schacht, in dem lebensvollen Buche: Aus und über Ottokar's von Horneck Reimkronik, Mainz, 1821 S. 279 andeutet,) wenn er im Cap. 448 seiner Chronik (Pez, Script. Rer. Austr. T. III p. 446 sq.) ausruft:

Ei, Kaiser Konstantin!
War thät du dein Sinn,
Da du den Pfaffen geb
Den Gewalt und das Urleb,
Daß Städt, Burge und Land
Unterthanig ihr'r Hand
Und ihr'm Gewalt sollt wesen?
Geistlicher Zuchtebesen
Ist nu zu scharf worden.
Du solltest in dem Orden
Die Pfaffen haben lan,
Als sein St. Peter begann,
Das wär hoher Miethe werth.
Was wolltest du das Schwerdt
Den Pfaffen zu der Stol geben,
Die damit nichts können leben,
Noch zu Recht können walten?
Lassen und behalten,
Als man mit dem Schwerdt soll,
Das können sie nicht wohl.
Sie haben es vergramaziert
Und das Reich verirrt
Maniger Ehr'n und Gewalt,
Die ihm vor was bezahlt.
Konstantin, nu sieh an!
Hättest du zu Latran
Den Pabst den Psalter lassen lesen
Und den Kaiser gewaltig wesen,
Als er vor deinen Zeiten was &c.

[74] »In illis autem Ecclesiis, in quibus convenit processio generalis, truncus statuatur concavus tribus clavibus consignatus, una penes honestum presbyterum, alia apud laicum devotum, tertia penes aliquem regularem fideliter conservandis, in quo viri et mulieres eleemosynas ponant, in terræ sanctæ subsidium convertendas, secundum dispositionem eorum, quibus fuerit hæc sollicitudo commissa.« Bulla Innocentii III. ad Christianos pro reparanda terra sancta in Chron. Ursp. ad ann. 1212.

[75] In der Pf. Hds. 357 Bl. 9a ist diese Strophe durch derbe Variationen erweitert.

[76] In gleichem Sinne spricht auch der Freigedank, ein Spruchdichter des 13ten Jahrhunderts:

Sünde Niemand mag vergeben,
Wann Gott einig, dar sollen wir streben.
(Müll. Ausg. V 3180 f.) Alle Schatzes Flüsse gehn
Zu Rome (nach Rom) bis sie da bestehn (bleiben),
Und doch nimmer wird voll,
Das ist ein unsinnig Hohl.
So kommet alle Sünde dar,
Die nimmt man da den Leuten gar &c.
(V. 3185 ff.) Das Netz kam zu Rome nie,
Damit Sankt Peter Fische fie (fieng),
Das Netz ist ihm verschmähet.
Römisch Netz fähet
Silber, Gold, Burge und Land;
Das war Sankt Petern unbekannt.
Sankt Peter war zu Recht ein Degen,
Den hieß Gott seiner Schafe pflegen,
Er hieß ihn nicht Schafe bescheeren,
Nun will man Scheerens nicht entbehren.
Unrecht ist zu Rome erhaben,
Recht und Gericht ist da abgeschaben.
(V. 3880 ff.)

Der Pabest hat viel reiche Kind (Kinder),
Die minnet er, wo sie gesessen in den Landen sind,
Mit ihnen theilt er seinen Segen, so theilen sie mit
ihm ihr Gold. Dieselben Kind sind ihm so traut,
Daß er ungerne käme mit Schlägen auf ihrer eines
Haut. Wollte Gott, es wären ihm die habelosen Kind halb
also hold (lieb)! Eh' daß der arme Sohn sein Recht behärte,
So ist der reiche auf seiner Vorderfährte &c.
(Pf. Hds. 350)

[77] Vgl. Ottokar v. Horneck, Cap. 821 (Pez, I c. p. 83):

Gott Herre, durch dein' Güt'
Die Christenheit baß behüt'
Und weis' uns auf bessre Spur,
Denn uns die Pfaffen gehn vor,
Die da Gewalt hie tragen!
Als uns die Buch sagen,
So sollten sie uns Lehr' geben
Mit Worten und mit gutem Leben,
Des sie leider thun nicht;
Wer ihre Werk' ansicht,
Die sind viel wahrleich
Ihren Worten ungeleich.