„Das würde vielzuviel Zeit kosten“, bemerkte der Fürst. „Sehen wir erst zu, ob sich nichts findet, was rascher fördert.“
Da traten einige Mongolen aus der Hütte und näherten sich uns. Es waren auch Frauen darunter, das Gesicht umgeben von der komischen, an ein Elefantenohr erinnernden Haartracht. Andere kamen am sonnigen Ufer entlang geritten.
Vielleicht konnten wir die Barke erreichen, welche die Wagen übersetzt, die auf der Straße über das Gebirge kommen? Es mußte einen Weg geben, der uns zu ihr führte. Wir fragten die Mongolen, von denen einige etwas russisch verstanden.
Nein, es gab keinen solchen Weg; weiter hinauf wurde das Ufer felsig. Wir mußten bis zu der von uns am Abend vorher befahrenen Straße zurückkehren und das Gebirge überschreiten, vorausgesetzt, daß dies möglich war.
Es gab noch ein anderes Mittel: den Magneten aus dem Automobil herauszunehmen und dieses dann an das andere Ufer zu ziehen. Der mit einer dicken Fettschicht überzogene Motor würde keinen Schaden leiden, wenn das Wasser nur nicht in die Zylinder eindränge.
Wir beschlossen, unverzüglich den Versuch zu wagen. Zunächst machten wir den Mongolen unser Vorhaben klar. Wir brauchten Ochsen; wir würden gut zahlen, müßten sie aber sofort haben. Sie gingen darauf ein. Nach kurzer Zeit sahen wir von irgendwoher eine Anzahl Ochsen ankommen unter Obhut zweier Hirten, die ihren langen Stachelstock schwangen. Bei diesem Anblicke gestanden wir feierlichst, daß die Mongolen das dienstfertigste und zuvorkommendste Volk der Welt seien.
Übergang über den Iro-Fluß.
Ettore, der auf dem Rücken ausgestreckt unter dem Automobil auf dem heißen Sande lag, arbeitete lange Zeit. Er nahm das Blech ab (wir nannten es den „Bauch“ nach einer gewissen Ähnlichkeit mit einem Pferdeleib), das von unten den Motor und das Geschwindigkeitsgetriebe schützt, schraubte sorgfältig den Magneten los und bedeckte die feinsten Teile der Maschine mit ölgetränkten Lappen; dann hüllte er den Magneten sorgfältig in seine Joppe und erklärte schließlich, alles sei bereit. Die Stricke wurden an dem Automobil befestigt und die Ochsen angespannt. Nun begann eine seltsame Bugsierschiffahrt über eine etwa 300 Meter breite Wasserfläche.