„Die Brücke ist nicht mehr da! Sie ist eingestürzt.“
Wir stiegen ab. Es war in der Tat so. Von unten konnten wir nicht bemerken, daß nur der Brückenkopf stehengeblieben war. Ein breiter stürmisch brausender Fluß strömte auf dem Grunde der Schlucht dahin.
„Wie kommen wir hinüber?“ fragten wir den Wärter.
„Es gibt im Tale eine Furt. Halten Sie sich rechts und folgen Sie dem Waldwege: Sie werden schon eine finden. Es liegt eine Stanitza in der Nähe.“
„Wie tief ist das Wasser?“
„Ich weiß es nicht. Heute morgen sind Wagen durchgefahren.“
„Wie heißt dieser Fluß?“
„Bolschaja Rjeka“ (der große Fluß).
Wir folgten dem Wege, setzten mit Leichtigkeit über einen Bach mit klarem Wasser, drängten uns durch dichte malerische Gehölze, die voller umgestürzter Baumstämme lagen, und gelangten endlich an das steinige Bett der Bolschaja: der Fluß war sehr reißend und tief. Zur Zeit der Schneeschmelze muß die Bolschaja Rjeka furchtbar sein. Sehr breit und strudelreich, reißt sie Bäume und Felsblöcke vom Gebirge los, trägt sie davon, wirbelt sie im Kreise umher und zertrümmert sie. Ihr ganzes Bett war angefüllt mit riesigen Stämmen, Baumstümpfen, Ästen, die von der Wut des Wassers hierher gespült worden waren — mit einem toten, gefällten Walde, der hier in großartiger Unordnung und Verwüstung hingestreckt lag. Auf der anderen Seite des Flusses sahen wir einige Isbas. Ein junger Muschik, der eine Telega lenkte, kam auf unserer Seite aus dem Gebüsch heraus. Er hielt, betrachtete uns und grüßte.