„Vorwärts! Mut! Frisch drauf los!“
Über einen Bach mußten wir uns einen Übergang zimmern. Es war ein Werk von fünf Minuten.
Wir hörten den Zug von Myssowaja vorüberbrausen. Kurz darauf gelangten wir wieder an einen Straßenübergang in gleicher Höhe mit dem Bahndamm. Der Stationsvorsteher wollte seine Schlacht weiter kommandieren, aber die beiden auf der alten Heerstraße zur Erkundung vorgeschickten Arbeiter sagten, daß auf jener Strecke alle größeren Brücken eingestürzt seien. Wir begannen wieder über die Schwellen der Eisenbahn zu galoppieren. Tanchoi kam näher. Bei einem neuen Straßenübergang lief uns ein Bahnwärter entgegen und machte uns Zeichen. Als er ganz außer Atem uns erreicht hatte, rief er:
„Verlaßt die Strecke! Der Zug kommt! Er ist von Tanchoi abgegangen.“
Das Automobil sollte in der Nähe des Bahnwärterhäuschens von der Strecke herunterfahren; aber an jener Stelle lagen die Schwellen bloß. Die Räder blieben stecken, und alle Kraftanstrengungen des Motors vermochten nicht den schweren Wagen von der Stelle zu bringen. Die Leute schoben vergebens. Man hätte die Maschine herausheben müssen. Wir hörten schon den Pfiff des Zuges, der sich näherte, durch eine Kurve unseren Blicken verborgen. Es war keine Zeit zu verlieren. Mit alten Schwellen, die an der Seite der Strecke aufgespeichert lagen, suchten wir in fieberhafter Eile den Rädern kleine schiefe Ebenen zu verschaffen, die ihnen das Loskommen erleichtern sollten. Der Motor arbeitete heftig. Inzwischen hörten wir das Brausen des Zuges und sahen seinen Rauch in der Ferne zwischen den Bäumen. Don Scipione rief mir zu:
„Steigen Sie jetzt schon ab, da Sie nicht springen können; steigen Sie ab!“
Aber die Beine versagten auf einen Augenblick ihren bescheidenen, so notwendigen Dienst. Glücklicherweise hob ein letzter gemeinsamer mächtiger Ruck das Automobil aus den Vertiefungen und brachte es außer Gefahr.
Wir ließen den Zug vorüber — es war ein ganz gewöhnlicher Güterzug, gar nicht wert der Ehre, daß wir uns seinetwegen so abgerackert hatten — und setzten unsere Fahrt auf der Strecke fort. Eine Stunde später gelangten wir nach Tanchoi, einer ganz neu angelegten Stadt, die uns einen Rundblick auf funkelnagelneue Dächer darbot. Es war spät; der Himmel war grau, wolkig und dunkel geworden. Es war kalt.