„O nein! Es war noch die Unterschrift dabei.“

Fünfzehntes Kapitel.

Im Jenisseibecken.

In der Taiga. — Kansk. — Das zusammengekettete Rad. — Krasnojarsk. — Die Macht der beiden Dokumente. — Der Übergang über den Kemtschug. — Atschinsk. — Wir bleiben stecken.

Nischne-Udinsk ist nur ein großes Dorf am Ufer der Tschuna, eines der zahlreichen Nebenflüsse der Angara. Wir fuhren des Morgens um 4 Uhr durch seine schmutzigen Straßen und jagten einige friedliche Familien von Schweinen, die ausgestreckt in den Pfützen der Straße längs der Häuser schliefen, in die Flucht. Der eine oder andere Frühaufsteher unter den Bewohnern sah uns mit verschlafenem, mißtrauischem Gesicht nach. Dem Automobil voraus fuhr ein Polizeitarantaß, bemannt mit einem Offizier und gelenkt von einem Gendarmen, um uns den Weg nach dem 275 Kilometer entfernten Kansk zu zeigen. Bei einem Straßenübergang über den Eisenbahndamm hielt der Tarantaß.

„Sie können jetzt nicht mehr irren,“ rief der Offizier; „folgen Sie nur jenem Wege dort. Do svidania!“

„Do svidania! Spasibo!“ — „Adieu! Vielen Dank!“ riefen wir.

Das Automobil beschleunigte seinen Lauf dem neuen Ziele entgegen. Wir fuhren in einem dichten, eisigen Nebel, der uns das Gesicht naß machte und unsere Pelze mit Tauperlen benetzte. Eine Zeitlang hofften wir, es würde der Sonne gelingen, ihn zu zerstreuen. Die Sonne kam auch auf Augenblicke zum Vorschein, aber nur bleich. Wir riefen ihr Worte der Ermutigung zu.

„Immer tüchtig drauf los, Beste. Also los!“