Sibirische Fährleute.

Nach vier Stunden wurden die Baumgruppen immer seltener. Über die grüne Monotonie der Steppe verstreut, erinnerten sie an die letzten Wölkchen eines vorübergezogenen Gewitters. Das Gelände glättete sich und wurde beinahe zur Einöde. Wir stießen auf wenige Dörfer und gelangten dann auf das rechte Ufer des Ob, der noch breiter, langsamer, träger und melancholischer ist als der Tom. Das andere Ufer ist so weit entfernt, daß es nur als ein grüner Streifen am Horizont erscheint. Das Trajektboot, das ebenfalls von Pferden getrieben wird, brauchte lange Zeit zur Überfahrt. Die Fährleute teilten uns mit, daß wir 30 Kilometer weit Sumpfboden antreffen würden.

Wir haben diese gefährliche Sumpfgegend in eigenartiger, außergewöhnlicher Weise passiert.

Am Ufer erwartete uns der Pristaf von Kolywan, der auf Befehl des Gouverneurs uns den Weg zeigen sollte. Ein mit drei Pferden bespannter Tarantaß, der von einem kirgisischen Kutscher gelenkt wurde, wartete auf ihn. Er sprang hinein und ersuchte uns, ihm mit der größten Aufmerksamkeit zu folgen.

Auf dem Wege zwischen Tomsk und Kolywan eingesunken.

„Wenn Sie auch nur einen Schritt vom richtigen Wege abweichen,“ erklärte er, „sinken Sie ein. Ich versichere Sie, Sie werden rasch geführt werden.“

In der Tat peitschte der Kirgise unbarmherzig auf die Pferde; die Troika rasselte in wilder Karriere davon und wir hinterher. Es war ein verzweifeltes Jagen durch hohe Gräser und Stauden, zwischen denen breite Flächen stehenden Wassers erglänzten. Nach fünf Minuten erblickten wir einen Seitenpfad, der uns viel besser vorkam als der, auf dem wir fuhren; wir bogen in ihn ein — und versanken!