Ein reicher Kaufmann beherbergte uns in seinem Hause. Wir fanden die patriarchalische Gastlichkeit von Kiachta und Irkutsk wieder, eine gedeckte Tafel und ein offenes Haus für Freunde und die Behörden. Während wir den Speisen und Getränken alle Ehre widerfahren ließen, wurde uns mitgeteilt, daß die Bewohner von Ischim uns zu sehen wünschten. Das Volk hat es nicht gern, wenn man es warten läßt, nicht einmal das von Ischim. Wir gingen also hinaus.

Eine große Menge war in den Hof gedrungen und umlagerte das Automobil. Bei unserem Erscheinen brach ein Beifallssturm los. Als wir diesen mit der Würde, die die Gelegenheit erforderte, über uns hatten ergehen lassen, kehrten wir in das Haus zurück. Aber nein, das Volk war noch nicht zufriedengestellt, zum Donnerwetter nein! Es wollte uns im Automobil fahren sehen. Wir waren so unvermutet in die Stadt gelangt, daß uns niemand gesehen hatte. Es war also unsere Pflicht, diese unverzeihliche Vernachlässigung wieder gutzumachen. Wir bestiegen das Automobil, und in fünf Minuten waren wir durch sämtliche Straßen gefahren. Die Rückkehr in den Hof war großartig. Die Volksbegeisterung kannte keine Grenzen. Ich wurde von meinem Sitze gezogen, auf die Schultern der Menge gehoben und im Triumph umhergetragen. Das Volk von Ischim hatte mich für den Fürsten gehalten!

Ich rief, ich sei nicht der Fürst, und wurde endlich freigegeben. Der Fürst aber hatte sich schon in Sicherheit gebracht.

Achtzehntes Kapitel.

Der Ural.

Vom Automobil auf die Troika. — Tjumen. — Lebe wohl, Sibirien! — Die Begrüßung in Kamylschow. — Jekaterinburg. — Von Asien nach Europa. — Die Wälder des Ural. — Das erste Minarett. — Perm. — Ein krankes Rad und seine Heilung.

Die Steppe, immer wieder die Steppe!

Am 18. Juli früh 5 Uhr entschwanden die Türme von Ischim unseren Blicken; wir ließen die Birkengehölze hinter uns und kehrten in die grüne, gleichförmige Ebene zurück.