Hier, in der Nähe von Perm, begann das Rad aber zu knarren, wie es noch nie geknarrt hatte! Wir stiegen ab, um nachzusehen. Die Risse hatten sich erweitert; die Speichen wackelten in den immer breiter werdenden Löchern. Ettore wußte sich wieder zu helfen: er nahm Bindfaden, wickelte ihn um die Speichen, zwängte diese wieder in ihre Öffnungen und sicherte so dem Rade eine gewisse Festigkeit. Das Knarren wurde leiser.
Gegen 8 Uhr abends gelangten wir nach Perm. Es war noch ganz hell, die Straßen waren belebt, die Trambahn überfüllt. Jede Stadt bot uns neue Überraschungen, ein Anzeichen, daß wir uns dem Ziele näherten. In Perm war es die Straßenbahn, die wir mit derselben Aufmerksamkeit betrachteten wie die Menge uns.
Im Gasthofe war unsere erste Sorge das Rad. Es wurde abgenommen und genau untersucht. Wir ratschlagten. Der Fall war sehr ernst. Es war zweifellos, daß die meisten Speichen sich vom Radkranze zu lösen drohten. Der Fürst schlug vor, die Speichen wieder mit trockenem Bindfaden zu umwickeln und in die sich erweiternden Löcher hineinzupressen, außerdem das Rad die ganze Nacht hindurch ins Wasser zu stellen. Ettore billigte den Plan und machte sich an die Arbeit. Zwei Stunden später waren die Speichen umwickelt und eingepreßt. Jetzt fehlte nichts, als das Rad ins Wasser zu stellen. Dies schien das geringste, es war aber das schwierigste. In ganz Perm fand sich kein Behälter vor, groß genug, um das Rad aufzunehmen! Die Nachforschungen dauerten lange; sie begannen in dem Gasthof und wurden auf das ganze Stadtviertel ausgedehnt. Die Leute, die sich um das Automobil versammelt und der Arbeit zugesehen hatten, nahmen tätigen Anteil an unseren Nachforschungen und suchten sich an die größten Behälter zu erinnern, die sie gesehen hatten.
Ein dicker Beamter in Uniform hatte schließlich eine praktische, originelle Idee. Er näherte sich dem Fürsten und fragte ihn:
„Verzeihen Sie, Sie wollen das Rad ins Wasser stellen?“
„Ja.“
„Warum schicken Sie es denn nicht in eine Badeanstalt?“
Es hätte wie ein Scherz geklungen, wenn der dicke Beamte nicht vollständig ernst geblieben wäre, als der Fürst, der nicht wußte, in welchem Sinne er den Vorschlag auffassen sollte, ihn forschend anblickte.
„Sie meinen ...?“