„Und so, daß sie halten?“

„Ich mache Ihnen das Rad stärker, als es neu war.“

„Ich brauche es aber sofort.“

„In einem halben Tage ist es fertig.“

„Gut.“

Das Automobil wurde in einen ländlich aussehenden Hof geleitet, der voller Hobelspäne und Holzsplitter lag und auf dem sich Balken, Schlitten, Wagen und eiserne Reifen befanden. In einem Winkel stand ein frisch angestrichener Tarantaß auf zwei Böcken. Das Rad wurde auseinandergenommen; die von der Nabe und dem Kranze getrennten Speichen dienten den neuen als Modell. Wenige Minuten später hallte der Hof von Axthieben wider. Kein anderes Werkzeug wurde verwandt außer der Axt, die mit wunderbarer Geschicklichkeit gehandhabt wurde. In der Hand des russischen Bauern ist sie ein Präzisionsinstrument. Um den Punkt zu bestimmen, auf den gehauen werden soll, machen diese Leute keine Zeichen, noch ziehen sie Linien, sie legen ihre linke Hand aufs Holz, und der Hieb fällt, den Daumen beinahe streifend. Die Lage des Fingers hat dem Auge und der Hand das richtige Maß angegeben. Die neuen Speichen entwickelten sich allmählich aus dicken Klötzen alten Kiefernholzes; durch schwere Hiebe, die die Späne ringsumher fliegen ließen, wurden sie schwächer gemacht. Die Künstler maßen, indem sie die alten Stücke auf die neuen legten, und brauchten kein anderes Hilfsmittel dazu; millimeterbreite Fugen schlugen sie sauber und genau mit sicherem Auge, und zwar mit Axtschlägen, die mit geschwungenem Arme niedersausten, als hätte es sich anstatt um eine so feine Arbeit um den Bau eines Gerüstes oder einer Fähre gehandelt.

Das von Nikolai Petrowitsch neu hergestellte Rad.

Während wir diese malerische Gruppe rauher, bärtiger Männer, die sich einer so mühsamen Arbeit unterzogen, beobachteten, wandte sich einer von ihnen zu uns und redete uns feierlich auf lateinisch an.

Unsere Überraschung war so groß, daß wir ihn einige Augenblicke fassungslos betrachteten, ohne zu antworten.