Ein Forscher.
Wie sollten wir die Furcht besiegen, die wir überall einflößten? Wir bemerkten, daß die Bewohner wach waren und, auf die Straße hinausgetreten, den geheimnisvollen Wagen ängstlich beobachteten. Es war nicht angenehm, in dieser Lage zu bleiben, weil die Möglichkeit nicht unbedingt ausgeschlossen war, daß jemand es für ein verdienstliches Werk hielt, einen Flintenschuß auf den bösen Feind abzufeuern. Der Fürst bemerkte:
„Es wäre gut, wenn einer allein näher an die Leute heranginge; ich würde ihnen die amtlichen Briefe zeigen, und wir würden ehrenvoll aufgenommen werden.“
Dann, von einer Idee erfaßt, begann er jene allzu furchtsamen Leute anzureden, die sich, zu sofortigem Rückzuge bereit, 50 Schritt von uns entfernt hielten.
„Das hier,“ sagte er, „ist eine Maschine wie die Schiffe auf der Kama und die Eisenbahn. Kommt nur her und seht sie euch an! Kommt nur! Es ist keine Gefahr! Sie wird mit Benzin betrieben.“
Die Kühnsten kamen näher. Die übrigen folgten, und es bildete sich schnell ein Kreis von Zuschauern, die zu begreifen begannen, daß wir Wesen von Fleisch und Blut seien. Man trat näher, das Automobil wurde befühlt, anfangs furchtsam, als könne man sich an ihm verbrennen, dann mit vertrauensvoller Sicherheit. Zwei Bauern nahmen heldenmütig die Einladung an, auf das Automobil zu steigen und sich ein Stück fahren zu lassen. Sie gerieten in solche Begeisterung, daß sie nicht mehr absteigen wollten. Alle wollten es probieren. Das Gedränge um uns herum wurde immer dichter. Auch der Pope kam und drückte den Wunsch aus, morgen früh nach dem nächsten Dorfe gefahren zu werden.
Das Eis war gebrochen. Alle wurden unsere guten Freunde. Das blaue Haus schob die Riegel zurück, öffnete weit die Tür und nahm uns gastlich auf. Der Samowar kam auf den Tisch; nach dem Samowar erschienen Eier, Milch, Butter und Brot, so daß wir unseren Hunger stillen konnten. Die im Hofe untergebrachte Maschine war von der Bevölkerung umlagert, die sie mit bewundernder Neugier betrachtete.
Bis Mitternacht erhielten wir Besuche; die Leute kamen und gingen frei aus und ein, nach russischem Brauche, ohne um Erlaubnis zu bitten. Sie wollten uns in der Nähe sehen; sie traten ins Zimmer, nahmen die Kopfbedeckung ab, betrachteten uns schweigend und gingen wieder hinaus, zufrieden wie Kinder am Weihnachtsabend. Um Mitternacht löschten wir das Licht aus, hüllten uns in unsere getreuen Pelze und streckten uns auf dem Fußboden aus; die letzten Besucher entfernten sich auf den Zehenspitzen, um von der Haustür aus zu verkünden: „Die Fremden schlafen!“
Am folgenden Morgen, 22. Juli, setzten wir um 4 Uhr unsere Fahrt durch eine sich stets gleichbleibende Landschaft fort: große Wälder, vereinzelte Wiesen, einige bebaute Felder, von Gebüschen eingeschlossen, die jungfräuliche Erde bedeckten.