Ich überbrachte diese Prophezeiung dem Fürsten. Die „Itala“ stand schon reisefertig vor der Villa des Gesandten. Ettore hatte hier noch einen Knoten zu knüpfen, dort einen Strick fester anzuziehen und ging mit großen Schritten um das Fahrzeug herum, mit einem blinkenden Paar Wasserstiefel angetan. Um 7 Uhr waren die Matrosen der Bedeckung auf der Eisenbahn nach Nankou befördert worden, und am Abend vorher hatten zwei Wagen mit unserem Gepäck und der abgehobenen Karosserie Peking unter der Aufsicht des Ma-fu, Pietro, des Reitknechts der Gesandtschaft, verlassen.

Das Automobil am Hun-ho von einer Sänfte überholt.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Stunde zu erwarten, zu der wir uns auf den Weg machen konnten — eine ermüdende Beschäftigung. Es schien, als brauchten die Zeiger der Uhr Stunden, um fünf Minuten zu durchlaufen. Inzwischen wechselten wir Worte der Begrüßung und drückten uns die Hände. Unsere tapferen, sympathischen Offiziere waren zur Stelle, wünschten uns Glück zur Fahrt und strichen mit ermutigenden Gebärden über das Fahrzeug, als sei es ein Pferd. Ein Kapuzinerpater mit dem offenen, ehrlichen Gesicht eines Soldaten kam in Eile an, über und über glühend vor Begeisterung, und sprach Segensworte zu uns. Es war der Kaplan der italienischen Besatzung und der Gesandtschaft.

Abfahrt der „Itala“ aus Peking.

7½ Uhr! Ein Karabiniere kommt von der Straße herein und meldet: „Die Franzosen sind bereits in der Kaserne.“

„Auf die Maschine!“ ruft der Fürst, der damit das Kommando über die kleine Expedition übernimmt.

Auf dem Automobil drängen wir uns zu fünf Personen zusammen. Die Fürstin Anna Maria — auch sie eine unerschrockene und kühne Reisende, die ihren Gatten nach Persien begleitet hatte und von der Don Scipione sagt, sie liebe das Reisen so leidenschaftlich, daß sie, um zu reisen, sogar die Eisenbahn benutzen würde —, Don Livio Borghese, der italienische Geschäftsträger, ein ebenso sympathischer und liebenswürdiger Herr als kenntnisreicher und gewandter Diplomat, Fürst Scipione, ich und Ettore. Don Livio und die Fürstin verlassen uns am ersten Haltepunkt, in Nankou.

Ich weiß nicht, durch welches Wunder der Willenskraft und der Äquilibristik wir uns zu vieren auf der zur Würde eines Sitzes erhobenen Gepäckkiste halten können. Wir halten uns an den Stricken, an den Schutzwänden, und wie unsichere Reiter messen wir mit den Augen die Entfernung bis zur Erde. Ettore hat die Kurbel des Motors gedreht und sich auf den Benzinbehälter gekauert, mitten in ein Ersatzpneumatik hinein; er gleicht einem an einem Rettungsring befestigten Schiffbrüchigen. Der Motor summt. Der Fürst, der das Steuerrad hält, fragt: