Auf der Hauptstraße laufen die Leute zusammen und begrüßen uns. Ein Straßenbahnschaffner lehnt sich, während wir vorüberfahren, aus seinem Wagen heraus und ruft dem Fürsten vertraulich zu:

„Ça c’est bien, mon petit!“ (Gut so, mein Junge!)

Die Fahrgäste klatschen Beifall.

Wir gelangen an die wundervolle Kathedrale. Kaum haben wir Zeit, einen entzückten Blick auf den prächtigen Bau zu werfen, als die glänzende Erscheinung auch schon verschwindet und wir uns in dem Hofe eines Hotels mit Garage befinden. Der Hof füllt sich mit Neugierigen; die Gäste stürzen heraus; ein Amerikaner bietet uns Champagner an, während wir im Begriff sind, uns zu waschen. Voll Seifenschaum und von Wasser triefend, müssen wir mit ihm anstoßen. Er drückt uns seine guten Wünsche aus, erklärt aber offen, nicht zu verstehen, was es für ein Vergnügen sei, eine solche Reise zu machen ohne den geringsten materiellen Gewinn!

Als wir nach dem Frühstück weiterfahren wollen, stürzen sich allzu begeisterte Bewunderer, die eine Reliquie von uns haben wollen, auf die kleine dreieckige Flagge, die wir vorn am Wagen gehißt haben, reißen sie in Stücke und verteilen diese untereinander. Nur mit Mühe verteidigen wir die große, hinten wehende Fahne. Nun sollen Splitter aus der Karosserie herausgeschnitten werden, und die Klingen der Taschenmesser sind schon in Bewegung! Kurze Zeit noch, und das Automobil wäre vor allzu großer Liebe geplündert, demoliert, zerstört worden. Aber bei dem ersten Druck auf den Hebel schießt die wackere Maschine, die die Gefahr begriffen hat, davon und bringt sich in Sicherheit. Es ist 3 Uhr. Die durchbrochenen Türme der Kathedrale verschwinden.

Paris ist noch 169 Kilometer entfernt!

Um 5 Uhr 10 Minuten kommen wir durch La Ferté. Der Name Paris beginnt auf den Wegweisern zu erscheinen nebst dem Pfeil, der die Richtung angibt.

Paris ist noch 78 Kilometer entfernt!

Je näher wir kommen, desto zahlreicher werden die Grüße, auch auf dem Lande, desto lebhafter, desto herzlicher werden sie. Es liegt in ihnen eine liebevolle Anteilnahme des Volkes.

Wir dürfen nur bis Meaux fahren und müssen dort die Nacht über bleiben. Der Einzug in Paris ist auf 4½ Uhr des 10. August anberaumt. Das Komitee für die Fahrt hat es so angeordnet. Der Endpunkt soll das Gebäude des „Matin“ sein.