Die Polizei, die längs des Boulevard Voltaire aufgestellt ist, ist nicht imstande, die Menge zurückzuhalten, die uns umringt, uns zur Seite geht, uns folgt. Der Fürst winkt höflich mit der Hand, man solle beiseite treten, um nicht unter die Räder zu geraten; seine Hand wird von einem Arbeiter ergriffen, der sie in überwallender Begeisterung drückt, dann wird sie von andern festgehalten und gezerrt; alle drücken sie sie kräftig und herzlich. Nicht ohne Kampf vermag Fürst Borghese die Hand aus diesem schrecklichen Sympathiegewirr freizumachen und sie unversehrt auf das Steuerrad zu legen.
Auf der Place de la République haben sich zwei Abteilungen der berittenen Garde républicaine aufgestellt, von denen sich die eine an die Spitze des Zuges stellt, die andere ihn schließt.
Am Eingang zum Boulevard du Saint Martin werden die Begrüßungen noch lauter. Es ist ein wahrer Stimmendonner! Der Ruf: „Vive Borghèse!“ wiederholt sich, er erschallt unaufhörlich. Fürst Borghese ist einen Tag lang das Idol von Paris, der edelmütigen Stadt, die nicht ohne Leidenschaft lieben kann! Der Anblick, den die breite Straße darbietet, ist großartig; die beiden hohen, mit Balustraden eingefaßten Trottoirs sind schwarz von Menschen, und über den Köpfen bewegt sich ein Gewirr von Händen, Hüten, Taschentüchern und Regenschirmen. Auch von Regenschirmen, denn es regnet, was es vom Himmel kann. Ettore ist gerührt, berauscht und breitet die Arme aus, um die Grüße mit ausdrucksvollen Gesten zu erwidern. Frauen aus dem Volke stoßen zärtliche Rufe aus.
Ankunft in Paris.
Wir fahren im langsamsten Schritt, aus Furcht, es könne sich ein Unglück ereignen. Die Räder des Automobils streifen die Beine der Leute. Auf dem Boulevard Bonne Nouvelle dauert die Kundgebung in ungeschwächter Stärke fort: Händeklatschen erbraust von allen Seiten, und das Wort Borghese in Verbindung mit „vive“ und „bravo“ bildet den gesamten Wortschatz der Bevölkerung!
Auf dem Boulevard Poissonnière erblicken wir Scharen von Schutzleuten und Abteilungen der Garde républicaine, die die Straße bis zu einem auffallenden, rot angestrichenen und mit Fahnen geschmückten Palast absperren. Es ist das Bureau des „Matin“ — unser Ziel!
Die Wettfahrt naht dem Ende. —
Die Mannschaften der Garde républicaine sprengen auf ihren Pferden daher und führen rasche Evolutionen aus, um den Platz von der Menge zu säubern, der sofort von einer Menge Photographen wieder besetzt wird. Auch diese machen ihre Evolutionen, um die besten Standorte zu wählen, wobei sie gleichzeitig den Hufen der Pferde ausweichen müssen. Einige nehmen die Ankunftsszene kinematographisch auf, mit ernster Miene drehen sie die Kurbeln ihrer Apparate und rufen uns zu, daß ihnen die Kehle bersten möchte: „Sehen Sie aufs Objektiv!“