Unter betäubendem Lärm werden wir in das Innere des Palastes gezogen. Eine Kapelle spielt die italienische Nationalhymne. Ich sehe Kollegen und Freunde wieder und drücke ihnen die Hände, ohne eines Wortes mächtig zu sein. Ich weiß nicht, wie es kommt: ich habe beide Arme voll Rosensträuße. Die Menge draußen tost, und ihr gewittergleiches Toben übertönt zuweilen die Klänge der Musik. Das Volk verlangt „le prince“ zu sehen. Der Fürst wird auf einen Balkon geschoben, verbeugt sich und dankt, einen großen Blumenstrauß graziös in der Hand haltend. Es werden Champagnerflaschen entkorkt, Reden gehalten, Trinksprüche ausgebracht. Wir werden bei Magnesiumlicht mit und ohne Blumen photographiert ...
Und was dann geschehen ist, ich weiß es nicht. Ich habe mich still entfernt und habe das Glück genossen, mich unbekannt unter der Menge zu verlieren, den Fürsten allein den Leiden der Popularität überlassend! —
Einige Stunden später verkauften die Camelots auf den Boulevards, die ihr gewohntes Aussehen wiedergewonnen hatten, noch die Erinnerungskarte, aber sie riefen: „Le prince Borghèse, un sou!“
Nicht mehr vier Sous, sondern nur noch einen! Welch ernste Mahnung liegt in dieser Preisherabsetzung! Die Stimme des Schicksals kann auch aus dem Munde eines Camelots erklingen. Unsere Popularität war in zwei Stunden um volle 75 Prozent gesunken.
Sic transit ...
Anhang I.
Die Familie Borghese.
Fürst Scipione Borghese gehört einer berühmten, aus Siena stammenden Patrizierfamilie an, die zuerst 1238 erscheint und seit 1450 urkundlich nachweisbar ist. Im 17. Jahrhundert ließ sie sich in Rom nieder, als Fürst Camillo Borghese zum Papst gewählt wurde. Paul V., wie jener sich nannte, saß von 1605 bis 1621 auf dem päpstlichen Stuhle und begründete den Ruhm seiner Familie. Er überwies Marcantonio, dem Sohne seines Bruders Giovanni Battista, der von Philipp III., König von Spanien und beider Sizilien, zum Fürsten von Sulmona ernannt worden war, ein jährliches Einkommen von 200 000 Scudi. Giovanni Battista Borghese erbte später von seiner Mutter Olimpia Aldobrandini das Fürstentum Rossano.