„Großer Stein!“
Ein großer Stein? Die Hebel her! An die Arbeit! Wir waren entschlossen, selbst einen Berg zu zertrümmern, als die Kulis, die mit den Händen nach einem Ansatzpunkte für die Hebel suchten, erkannten, daß es sich nicht um einen Stein handle. Und Pietro erklärte:
„Große Wurzeln!“
In der Tat waren es die Wurzeln einer riesigen Weide, die ein wenig abseits stand, üppig grünend und so gleichgültig, als träfe sie nicht die geringste Verantwortung. Es war nichts anderes zu machen, als die Wurzeln mit der Axt abzuhauen. Eine seltsame und ganz neue Arbeit beim Automobilsport! Wer uns gesehen hätte, hätte geglaubt, wir wären mit dem märchenhaften Unternehmen beschäftigt, das Wasser zu spalten. Die Hiebe fielen regelrecht; ein in den Grund gesteckter Pfahl gab die Richtung an, in der sie geführt werden mußten.
Die abgehauenen Wurzeln wurden mit den Armen gefaßt, gezogen, herausgerissen, gezerrt und gedreht, bis die Räder völlig frei waren. Dann verließen wir rasch den Pfuhl und legten einige Kilometer ohne anzuhalten zurück, froh, wieder einen Weg zu finden, der, wenn er auch schlecht war, uns doch nicht heimtückisch mit unsichtbaren Gefahren bedrohte. Der Weg führte uns auf das sandige Flußufer zurück und wand sich dann von neuem zwischen Feldern, Hainen und Dörfern hindurch. An jeder Pfütze machten wir halt, um mit einem wohligen Gefühl Hände und Gesicht in das frische Wasser zu tauchen.
„Where do you go?“ — „Wohin wollen Sie?“
Diese Frage, die in englischer Sprache an uns gerichtet wurde, während wir an einem einsam und verlassen dastehenden Tempel vorbeikamen, bewirkte, daß wir uns mit der größten Verwunderung umwandten. Wir sahen nur einen Chinesen, der im Schatten eines Baumes saß und uns unverwandt betrachtete. War er es, der uns angeredet hatte?
„Wo wollen Sie hin?“ wiederholte er.
„Nach Kalgan. Und Sie, wer sind Sie?“
„Ich bin ein Ingenieur der Kalganer Eisenbahn.“