Mongolischer Reiter, das Automobil beobachtend.

Es war in der Tat ein Tag, der den gesellschaftlichen Anforderungen gewidmet war. Die chinesischen Behörden hatten, abgesehen von der Stellung einer Wache, in der Stadt eine uns betreffende Bekanntmachung anschlagen lassen. Die Bewohner von Kalgan wurden darin von unserer Ankunft benachrichtigt; sie sollten uns als Freunde betrachten, da wir keine feindliche Absicht hätten, und uns demgemäß mit Achtung begegnen; die Bewohner sollten sich unserer Maschine nicht in den Weg stellen, sie sollten sich ihr gar nicht nähern und noch weniger sie berühren, da daraus das größte Unglück entstehen könne; Zuwiderhandelnde würden ins Gefängnis gesperrt und zu noch festzusetzenden Strafen verurteilt werden. Zahlreiche amtliche Anschläge auf rotem Papier von quadratischem Format verkündeten diese Bekanntmachung, um die sich die Bevölkerung an den Straßenecken in Scharen drängte, um sie zu lesen. Wir waren den Behörden einen Dankbesuch schuldig und statteten diesen ab, indem wir uns zum Ta Tsum-ba, zum Stellvertreter des Wai-wu-pu, begaben, der höchststehenden Persönlichkeit in der Stadt, dessen Amtsgewalt sich auf die Mongolei erstreckt, einer Art Minister des Grenzbezirks, dessen persönlicher Name Te Tsui lautet. Auf seinem Hause wehte die gelbe Flagge mit dem Drachen.

Der Ta Tsum-ba erwartete uns. Er und sein Gefolge hatten sich zu unserem Empfange in große Gala geworfen: gestickte Kleider, Hüte, wie sie bei festlichen Gelegenheiten getragen werden, überragt von Knöpfen in allen Farben, Pfauenfedern, die von diesen Knöpfen auf den Nacken herabwallten, bunte Gürtel, Schuhe ohne Absätze. Sobald er uns sah, drückte er sich nach der chinesischen Etikette selbst herzlich die Hand; alle Anwesenden taten dasselbe, und dann folgten Verbeugungen, höfliche Worte, Wünsche, daß man lange leben möge, alles gewürzt durch zahlreiche Tassen Tee, der mit Rosen und Jasmin parfümiert war, und überreichliche Süßigkeiten von geheimnisvoller Zusammensetzung, die der Ta Tsum-ba uns mit seinen eigenen langnägeligen, mit Jaderingen geschmückten Fingern reichte — eine ganz außerordentliche Ehre.

Die Besorgnisse Te Tsuis waren dieselben wie die des Wai-wu-pu. Er fragte, ob wir unterwegs Messungen vorgenommen oder Aufzeichnungen über die Straße gemacht hätten ...

„Messungen? Aufzeichnungen? Niemals!“ erwiderte der Fürst.

„Und in Irkutsk,“ fragte der Ta Tsum-ba weiter, „in Irkutsk benutzen Sie doch sicherlich den Zug?“

„Nein.“

„Und doch benutzen alle, die durch die Mongolei nach Europa reisen, in Irkutsk den Zug!“ bemerkte der Würdenträger verwundert. „Er ist sehr bequem. In zehn Jahren wird der Zug auch hier halten.“