Was war zu tun? Sollten wir zurückgehen, um das Gepäck und Pang-kiang zu suchen? Wir entschlossen uns im Gegenteil, unseren Weg fortzusetzen.
Wir trösteten uns damit, daß das Gepäck zweier Personen für drei ausreiche und daß, wenn wir an Pang-kiang vorübergefahren seien, wir diese Etappe auslassen und uns sofort in die Wüste wagen könnten, da wir noch den unberührten Wasservorrat, Lebensmittel für fünf Tage und Benzin für 600 Kilometer hatten. Wir bestiegen also die Maschine wieder und fuhren weiter.
Das Gelände besserte sich; auf einer Strecke von vielen Kilometern bot es vortrefflichen Fahrgrund, der die größten Geschwindigkeiten gestattete. Es erschien wieder etwas graues, vereinzeltstehendes Gras, auf dem wir die von den Kamelen ausgetretenen Pfade wiederfanden. Die Karawanen ziehen nicht eine einzige Straße entlang; sie schlagen nur annähernd die gleiche Richtung ein und treten Hunderte parallellaufender Wege aus, die nach den auf der Steppe hinterlassenen Spuren zu urteilen, auf die Tätigkeit eines uralten riesigen Pfluges schließen lassen.
Ettore beim Umgießen des Benzins.
Mit einem Male konnten wir in weiter, weiter Ferne einen dunkeln Punkt unterscheiden, der eine Hütte sein konnte. Der Punkt nahm die Gestalt eines Rechtecks an und wurde länger. Es war eine erdfarbene Mauer. Wir fuhren mit der Geschwindigkeit von 30 Kilometern und sahen bald ein Lehmdach hinter der Mauer hervorragen. Telegraphenstangen näherten sich diesem armseligen Gebäude, das viel niedriger war als sie.
Kamelkarawane mit Karren in der Wüste Gobi.
„Pang-kiang! Pang-kiang!“ riefen wir mit einem Tone aus, den der Matrose des Kolumbus ausgestoßen haben muß, als er das berühmte „Land! Land!“ rief.
Augenscheinlich hatten wir uns bei der Berechnung der Entfernung mindestens um 50 Kilometer geirrt. Pang-kiang befand sich nicht auf unserer Karte, und wir hatten einen Induktionsschluß gezogen.