„Pang-kiang? Das da?“ fragte Ettore überrascht. „Ich glaubte, Pang-kiang sei eine Ortschaft.“
„Ach was! Es ist ein Brunnen. Ein Brunnen und ein Telegraph. Nichts weiter!“
Aber wir wollten auch nichts weiter.
Hätten wir vor unseren Augen den wundervollsten Palast der Welt auftauchen sehen, wir würden keine größere Genugtuung empfunden haben.
Siebentes Kapitel.
In der Wüste Gobi.
Der Telegraph in der Wüste. — Der „Contal“ trifft nicht ein. — Über einen Meeresgrund. — Die Wirkungen der Sonne. — Udde.
Am Brunnen von Pang-kiang wurden wir erwartet. Der kleine chinesische Telegraphenbeamte, dem diese Station anvertraut ist, kam uns aus seinem Gehöfte entgegen und empfing uns unter lebhaften Versicherungen seiner Freude.
Ich bedauere, mich nicht mehr des Namens dieses Helden zu entsinnen, der in der Wüste lebt, um dem Okzident und dem Orient die Möglichkeit zu verschaffen, sich miteinander zu verständigen. Kalgan, die nächste Stadt, ist beinahe 300 Kilometer, Urga 800 Kilometer entfernt. Was auch diesem Mann zustoßen mag, er kann nirgends Hilfe suchen. Die Unermeßlichkeit des Raumes ist gleichbedeutend mit einem Gefängnis. Um mit der Menschheit in Verbindung zu treten, muß dieser Mann eine Reise von acht Tagen von einem Brunnen zum andern antreten. Niemand vermag ihm beizustehen. Die Einsamkeit des in einer Festungszelle Eingekerkerten ist nicht so schrecklich: der Eingekerkerte hat das Bewußtsein, daß die Welt ringsum lebt; Echos dringen zu ihm, mit denen sich seine Gedanken beschäftigen können. Das Entsetzlichste in der Wüste aber ist die Stille.