Als er sie nun heute frug, ob sie mit ihm gehen wolle, da sagte sie, sie möchte lieber dableiben, und dachte, dass ihm das so angenehm sein werde wie ihr. –

Der Onkel hatte dem enttäuschten Manne stumm die Hand gedrückt und dann heftig und geräuschvoll nach dem alten Jagdhund gerufen und ihn polternd ausgescholten, ihn, der schon seit Jahren keinem mehr ein Leid getan, ihn, der ein alter, fetter Hund geworden war, die Bequemlichkeit überaus liebte und alles andere längst aufgegeben hatte.

Aber die bangen Minuten waren indessen vorüber gegangen.

Estella war hinausgeschlendert in den Garten, zupfte verdorrte Blätter aus den Rosenstöcken, die voll von Knospen waren, hob ab und zu eine Erdbeere auf und schob sie in den Mund. Wie gut die waren!

Später rief sie nach Onkel und Thieben. Die beiden Männer kamen, sie sagte ihnen entgegen, dass sie Einkäufe in der Stadt zu machen habe, wer mitgehe.

Der Alte sah über sie weg, Thieben holte schweigend seinen Hut.

Da dachte sie, was das für langweilige Menschen seien.

Als er zurückkam, lag ihr ein spottendes Wort auf den Lippen; es blieb aber ungesagt, als sie in sein langes Gesicht sah, auf dem derb und hart die Kraft niedergerungenen Schmerzes stand.

Wohl redete sie gute Worte, als sie mitsammen durch das alte Städtchen gingen, aber innerlich musste sie ihn allein lassen und er war einsamer denn je.

Da und dort holte sie etwas in einem Laden; er wartete heraussen und blieb stehen so wie er stand, als sie ihn verlassen hatte. »Wie ein umgefallenes Pferd, so steif und hilflos«, dachte sie dann drinnen und kam tapfer und entschlossen heraus, ihm aufzuhelfen. Aber das hielt schwer; ihm fehlte die Elastizität.