Sie sah etwas Spöttisches über sein Gesicht huschen und augenblicklich verwandelte sich ihr schüchterner, zaghafter Ton und stolzierte und paradierte hochmütig an ihm vorbei:

»Ich bin nicht in dem ängstlichen Park geblieben, Herr Makassy; ich habe mir selbst einen Garten angelegt nach meinem Geschmack. Es ist so viel Schönheit darinnen, Ruhe und Frieden, und ich tauschte mit Keinem!«

Da fuhren seine boshaften Augen los und höhnisch rief er:

»Ihre Idylle ist bezaubernd, aber es gehören Menschen hinein, die träumen, keine die leben!«

So kämpften sie beide, jeder um seine Welt. Estella in Notwehr. –

Von da ab blieb es still an diesem Nachmittage in dem Garten des Rentiers. Es wurde nichts mehr gesprochen. Makassy malte nervös, mit Anstrengung. Sie war ganz leise und rüstete sich in ihrer Seele. Irgend etwas fühlte sie herannahen, das sie stark empfangen musste.

Als er ging, reichten sie sich stumm die Hände und keines fand in des andern Auge mehr als leere Förmlichkeit.

Der Maler eilte nach seiner Wohnung. Am andern Ende der Stadt hatte er auf unbestimmte Zeit gemietet und sich ein Atelier und einen Schlafraum zurecht gemacht.

Es waren dazu viele Kisten aus der Grossstadt gekommen, mit einer Unmenge von feinen Dingen, wie seine alte Hausfrau geschäftig erzählte. Dann seien noch Arbeitsleute dagewesen und wie sie nach einigen Tagen nachgeschaut habe, sei ihr fast der Verstand stille gestanden, weil sie ihre eigenen Räume nicht mehr erkannte, so schön waren sie. Über ihn selber wisse sie nichts zu sagen, nur dass er fleissig male.

»Aber er kann's gar nicht,« versicherte sie in engerem Vertrauen, die Hand vor dem Munde. Wenn sie da die Öldrucke, die sie von ihrem seligen Manne habe, dagegen anschaue – Du lieber Gott, das sei etwas ganz anderes, das sei eine Kunst, eine saubere, akkurate. Später einmal, wenn er das Malen besser könne, wolle sie s' ihm schon leihen zum Abmachen. –