»Ich bin einer von den Makassy's!« rief er hochfahrend. »Die sind das Betteln nicht gewöhnt – Herrennaturen – vielleicht Despoten –«
Jetzt war das ahnungslos überfallene Mädchen aufgesprungen und kampflustig geworden und gab ebenso, doch mit einem schöneren Stolze zurück:
»Vielleicht lernen Sie noch einmal die Demut kennen, wenn ein höheres Empfinden an Ihre Türe klopft?!«
An dem unerschütterlichen Damm ihrer starken Art schlugen die brandenden Wogen seines Temperaments mit verdoppelter Gewalt empor und rücksichtslos fuhr er auf:
»Dazu brauch' ich doch die Demut nicht! – Das empfange ich mit erhobenem Haupte!«
In solchen Augenblicken konnte er alles vergessen um seinetwillen, er täuschte und forcierte sich über sich selbst hinaus. Die unterdrückte Wut eines Sklaven bäumte sich roh auf – eines Sklaven, der zu lange schon an den Fesseln und Folgen eines unbändigen Temperaments geschleppt hatte.
»Dann tritt es gar nicht ein; es versagt die Gnade seines Kommens,« sagte sie feierlich.
»Gerade sie sind alle zu mir gekommen, ungerufen, ungebeten, stolz empfangen. Ich brauche keine Gnade!« fiel er ihr grossartig ins Wort. »Sie sind alle gekommen – der Hass und die Liebe!«
»Ich spreche von höherem Empfinden!« rief sie kalt.
»Nun, die Liebe – gibt es Höheres?« höhnte er.