Er kannte das. Solche Ideen in stillen Jahren geboren – in einem einzigen Sturm verloren.
Sein Auge glitt zu ihr hinüber.
Wie ihr hoher Hals so stolz und sicher das zaghafte, scheinumwobene Köpfchen von den geraden herben Schultern weghob! Nun hörte er wieder ihrem leichtgeöffneten Munde dieses zuversichtliche Lachen entquellen – da fühlte er sich wie ein Verbrecher mit seinen abwägenden Plänen. Sollte er bittend vor sie treten, dass sie ihm helfe, dass sie ihn mit reiner Hand in ihr kühles friedvolles Reich führe?
Ein Verlangen nach dieser keuschen Hand ergriff ihn – jäh, unaufschiebbar.
Schwerfällig erhob er sich – ein düsterer Freier – und trat vor sie hin.
»Fräulein Brand, ich bitte auch um einen Tanz!«, sagte er, und erschrack über das Donnern dieser einfachen Worte.
Sogleich erhob sie sich, verliess alles um sich und ging mit ihm.
Sie kamen zum Tanzplatz. Hunderte von Paaren wirbelten lustig darauf herum; die Musik brauste und die Lichter glühten still darüber.
Noch immer brachte er nichts über die Lippen.
Sie stellte sich tanzbereit vor ihn hin – er rührte sie nicht an, nur seine Augen standen gross und flackernd vor ihrem unschuldigen Antlitz. – – –