Da tat er einen Schritt zu ihr hin und flüsterte ihr zu: »Dann kommst Du zu mir – wir können ja doch nicht ohne einander sein«.
Sie erschrack so heftig, dass sie unwillkürlich von ihm zurückwich.
»Was fürchtest Du?« frug er schnell und gespannt.
»Mich nicht – und Dich auch nicht,« erwiderte sie kühn und aufgeregt.
»Also die Leute!« höhnte er. »Da hast Du recht; sorge nur, dass Du vor denen bestehen kannst, dass sie Dir mit ihren goldenen Fingern wohlwollend auf die Schultern klopfen und Du ja nicht anders seiest als sie.«
»Willst Du mich zum Kommen zwingen? Nimmst Du's so entgegen? Braucht es nicht Geschenk zu sein?« frug sie hastig zurück.
»Einerlei .... wenn Du nur kommst .... wenn ich Dich nur habe! Wenn wir zusammen sind, dann sollst Du mir sagen, warum Du gekommen bist! – Komm'! Komm' auf ein paar einsame, weltvergessene Stunden in mein stilles Atelier. Wir wollen Erinnerungen feiern und alles Gewesene wieder auferstehen lassen. Weisst Du es noch, Geliebte, auf dem Künstlerfeste – da war unser Tanzen wie ein Träumen unter den schimmernden Glühlichtern und den taumelnden Bäumen? Das war das Rechte!«
In seinen Augen war ein Locken und Winken und Verheissen, das sie bestürzte und zugleich reizte, diese wilden Flammen zu löschen.
»Ich komme nicht« schrie sie auf in Angst und Trotz, als hätte sie noch jemand anderen davon zu überzeugen als ihn allein.
»Warum nicht?« frug er rasch.