»Das muss das Glück sein, das muss es sein, wonach die Menschen jagen!« flüsterte sie ihm hastig zu und das Geständnis ihrer erregten Worte versank in seinen lechzenden Sinnen.

»Ist es über Dich gekommen, Weib!?« rief er ausser sich. »Ist es endlich über Dich gekommen – – –?!«

Da erschrak sie vor ihrem eigenen Empfinden und wandte abwehrend den Blick. –

Und nun sah sie umher und fand sich in einem prunkenden, seltsamen Gemache, durch das in zaubrigen Tönen mattes, dämmeriges Licht zog. Überall Schalen voll wundersamer Blumen, denen betäubender Duft entquoll, der in dem stillen Raume träumend stehen blieb. – Dicke, dunkle Teppiche. Tiefe, schwere Falten, die jeden Laut einsogen.

Da lagen seidene Decken, wertvolle, ausländische Stoffe und auf dem Ruhebett, auf dem sie sass, war etwas Feines, Flimmerndes ausgebreitet. Freudlose Landschaftsbilder in breiten, düstergoldenen Rahmen hingen schwermütig von den stoffenen Wänden. Nirgends ein heiterer Gedanke in dem halben, huschenden Lichte.

Beide schwiegen und lauschten dieser verwirrenden Umgebung. Etwas Berückendes ging von ihr aus.

Dieses unausgesprochene Licht, das durch buntseidene Hüllen sickerte und mühsam und verhalten durch den Raum zitterte, diese bestrickenden, einsamen Farbentöne, die von den Wänden klangen, diese versonnene Ruhe, die an allen Gegenständen hing!

Erstorben jeder Laut.

Der Duft, der aus den Blumenschalen stieg und verschwebte, legte sich schmeichelnd, doch immer schwerer und betäubender um die Sinne. Dazu eine vibrierende Stille, die bedrückende Last einer aufregenden Ruhe und in ihr ein ungehörtes Huschen und Gleiten, das über die Blumen und Möbel und Wände ging.

Sie sah ihn fragend an – so bange war dieses Versunkene, Weltweite. Aber banger noch waren seine Augen und angstvoll flohen ihre Blicke aus denselben. Sie bohrten sich in den Teppich und fielen auf einen seiner Füsse, die in Sandalen stacken.