Ihr Herz fing an heftiger zu schlagen, denn sie glaubte zu sehen, wie sein Fuss sich einkrallte in dem dunkeln, dicken Teppich. Suchte er Halt? Wovor?
Sein unbeweglicher Blick rief sie zurück und umschloss den ihren – – und drückender wurde die Stille und furchtbarer das Schweigen. Keines getraute sich auch nur den Finger zu rühren, keines mehr hatte den Mut des anderen Auge zu verlassen.
Die Leidenschaft dieser Liebe wuchs mit jedem Augenblick und zog sie mit glühendem Wunsche zu einander ....
Estella sprang auf mit übermenschlicher Kraft – – – er stand ihr gegenüber mit fliegenden Pulsen und flammenden Sinnen – – – – angstvoll hielt sie ihn mit den Blicken umfangen und gefesselt. Keine Wimper zuckte, kein Glied rührte sich, kein Atemzug war hörbar.
Es war ein verzweifeltes Schweigen und Ringen und Ansichhalten – – – –
Da plötzlich – sein Blick hatte sich leise gewendet und einen Augenblick lang losgelöst von ihr, war haltlos durch's Zimmer geirrt und musste dort etwas Ausserordentliches wahrgenommen haben – – ging eine Verwandlung in seinen Mienen vor ......
Sie wollte aufschreien in rasender Angst: »Halt ein ..... Du wendest Dich ab ..... Du wendest Dich von allem Glück .....«
Sie kannte den Ausdruck dieser unheilvollen Augen, er redete eine deutliche Sprache ...... Aber das Entsetzen stand steil und schrill vor ihr und lähmte ihre Zunge.
Dann einen Augenblick wurde es dunkel um sie, das Herz drohte still zu stehen ...... sie sah in lauter Elend. Ringend griff sie nach dem Herzen – – die erste Bewegung in dem bangen, regungslosen Raum – – da war der Bann gebrochen!!!
Makassy nahte sich ihr wie von Sinnen – ein Anderer geworden – despotisch – – über ihre Seele weg.