„Nun, geht, geht, habt ja junge Füsse. Aber fahren Sie nicht lieber, Iwan Petrowitsch?“ wollte sie Wanja überreden.
„Nein, es macht nichts, wir gehen zu Fuss, danke schön,“ rief der von oben herüber.
„Da ist der Ljubimowsche Dampfer angekommen,“ bemerkte Sascha, seine Mütze abnehmend, und wandte sein etwas beschwitztes, gerötetes Gesicht dem Winde zu.
„Ist Prochor Nikititsch für lange fortgefahren?“
„Nein, er bleibt nicht länger, als bis zum Peterstage an der Unsha, da gibt’s nicht viel zu tun, man muss bloss nach dem Stande der Arbeit sehen.“
„Fahren Sie denn niemals mit Ihrem Vater mit, Sascha?“
„Ich fahre fast jedesmal mit ihm, nur weil Sie bei uns zu Gaste sind, bin ich dieses Mal nicht mitgefahren.“
„Weshalb sind Sie denn nicht gefahren? Weshalb lassen Sie sich durch mich stören?“
Sascha stülpte wieder die Mütze auf sein nach allen Seiten auseinandergewehtes, schwarzes Haar und meinte lächelnd:
„Das ist ja gar keine Störung, lieber Wanja, ich bin sehr froh, mit Ihnen sein zu können. Natürlich, wenn ich nur mit Mama und Tante allein zu Hause geblieben wäre, würde ich mich gelangweilt haben, so aber bin ich sehr froh“; nach einigem Schweigen fuhr er, wie im Nachdenken fort: „ich bin doch häufig an der Unsha, Wetluga, Moskwa und seh’ doch nichts, ausser meinem Geschäft, wie ein Blinder! Überall nur Wald, und von Holz und über Holz: wieviel es kostet und was die Abfuhr zu stehen kommen wird, und wieviel Bretter sich herausschneiden lassen und wieviel Balken — das ist alles! Papachen ist nun einmal schon so veranlagt und erzieht mich ebenso. Und wohin wir auch kommen, gleich geht’s zu den Waldhändlern, in die Teehäuser und überall ein und dasselbe Gespräch. Das ist langweilig, wissen Sie! In der Art, wie zum Beispiel ein Baumeister, der immerfort nur Kirchen baute, und nicht einmal ganze Kirchen, sondern nur die Gesimse an den Kirchen; und er würde die ganze Welt durchwandern und sähe nur Kirchengesimse, ohne die verschiedenartigen Menschen zu bemerken, ohne die Bäume und die Blumen dieser Gegenden zu gewahren — nichts würde er gesehen haben, nur seine Gesimse. Der Mensch muss wie ein Fluss sein, oder wie ein Spiegel — was sich in ihm spiegelt, das muss er auch aufnehmen; dann werden in ihm auch, wie in der Wolga, Sonne und Wolken sein, Wälder und hohe Berge, und Städte mit Kirchen, — für alles muss man das gleiche Interesse haben, dann vereinigt man auch alles in sich. Wenn aber den Menschen nur eins erfasst, den verschlingt es auch, am meisten der Eigennutz oder auch noch das Göttliche.“