„Setzen wir uns hierher, Nata, ich möchte mit dir sprechen.“
„Setzen wir uns. Wovon willst du denn sprechen?“ sagte das Mädchen und liess sich neben Wanja auf die Bank im Schatten der hohen Birke nieder. Die etwas abseits stehende Kirche wurde renoviert und durch die offenen Türen schallte der Kirchengesang der Maler herüber, denen der Priester bei der Arbeit im Innern der Kirche verboten hatte weltliche Lieder zu singen. Man konnte die Kirchenpforte hinter den Spiräagebüschen nicht sehen, hörte aber in der Abendluft deutlich jedes Wort: in weiter Ferne brüllte eine Herde auf dem Heimwege.
„Worüber wolltest du denn mit mir sprechen?“
„Ich weiss nicht; vielleicht wird es dir schwer fallen oder unangenehm sein, dich daran zu erinnern.“
„Du willst wohl von dieser unglücklichen Geschichte sprechen?“ fragte Nata nach einer Pause.
„Ja, wenn du sie mir auch nur ein wenig erklären kannst, dann tu es bitte.“
„Du täuschest dich, wenn du glaubst, dass ich mehr weiss, als alle anderen; ich weiss nur, dass Ida Holberg sich selbst erschossen hat, aber nicht einmal die Beweggründe zu ihrer Tat sind mir bekannt.“
„Du warst doch zu jener Zeit dort?“
„Ich war dort, obgleich es nicht eine halbe Stunde vorher war, sondern vielleicht zehn Minuten, von denen ich sieben im leeren Vorzimmer wartete.“
„Hat sie sich in deiner Gegenwart erschossen?“