„Er scheint in sie verliebt zu sein?“

„Oh, das wissen alle, ebenso, wie man sein zügelloses Leben kennt.“

„Ist sie schön?“ fragte Wanja noch etwas naiv.

„Sehen Sie sie an, da kommt sie.“

Wanja kehrte sich um und sah ein schlankes, bleiches Mädchen mit glatt über die Ohren gekämmtem Haar, feinen Gesichtszügen, einem etwas grossen Munde und blauen Augen. Ihr folgte nach einigen Minuten vornübergebeugt ein etwa sechsundzwanzigjähriger Mann mit blondem Spitzbärtchen und sich kräuselndem Haar, stark hervortretenden hellen Augen unter dichten, wie altes Gold gefärbten Brauen und spitzen Faunsohren.

„Er liebt sie und führt ein ausschweifendes Leben, und das eine ist, wie das andere, allgemein bekannt?“ fragte Wanja.

„Ja, er liebt sie zu sehr, um in ihr das Weib zu erblicken. Russische Phantasien!“ fügte der Italiener hinzu.

Man begann aufzubrechen und ein dicker Geistlicher wiederholte, die Augen verdrehend:

„Seine Heiligkeit ermüdet so sehr, ermüdet so sehr . . .“

Ein heller Sonnenstrahl blitzte in die Fenster, und man hörte das dumpfe Geräusch der vorfahrenden Wagen.