Die Stimme des Florus klang sorglos. Sie betraten das Gefängnis. Da man Florus als reichen und vornehmen Mann kannte, so gestattete man ihm, ohne Schwierigkeiten, wenn auch gegen Entgelt, sich zu überzeugen, ob unter den Eingekerkerten sich nicht sein, angeblich vor kurzem entlaufener Sklave befände. Schnell und aufmerksam durcheilte er das Gefängnis bis hinab zum letzten Kellerverlies. Er suchte mit einem Blicke, als hätten seine Augen das alles schon früher gesehen. Atemlos fragte er:

„Sind alle Sträflinge hier? Es gibt keine mehr?“

„Mehr sind keine da, Herr. Gestern ist einer entflohen . . .“

„Entflohen? Sein Name?“

„Malchus.“

„Malchus?“ wiederholte er, aufhorchend. „Helle Augen, gebräunte Haut, schwarzhaarig?“ fragte Florus erfreut.

„Ja, du hast recht, Herr,“ nickte der Gefängniswärter mit dem Kopfe.

Als Ämilius Florus aus dem Gefängnis trat, war er heiter, wie nie zuvor, er plapperte wie ein Kind, seine Augen, die die dunklen Schatten nicht verloren hatten, glänzten.

„Mein alter Mummus, sieh nur: war jemals der Himmel so sanft, so lieblich die Bäume und Blumen?! Wir wollen zu Fuss auf mein Landgut gehen: wilde Kirschen werd ich essen und Milch trinken geradewegs aus den Eutern der Kühe. Sanft werden die Tage verrinnen! Du wirst mir ein Mädchen verschaffen, das nach Gras, Ziegen und etwas auch nach Lauch riecht, den stummen Lukas nehmen wir nicht mit aufs Land. Ach, alter Mummus, bin ich nicht gesund, wie jemals? Die Wolken — als sei es Frühling, als sei es Frühling!“

IV.