„Ich meine, Sergej könnte uns auch eine Rolle abnehmen: er deklamiert doch ganz gut.“

„Soll Sergej Pawlowitsch eine meiner Dienerinnen, eine junge Israelitin spielen?“

„Weshalb, ich kann das Travesti nicht ausstehen, obgleich ihn weibliche Gewänder kleiden würden.“

„Wen soll er denn sonst spielen?“

Ich verstand, dass von Sergej Pawlowitsch Pawilikin, dem Kommilitonen des jungen Gambakow, die Rede war. Ich hatte ihn immer für einen unbedeutenden, wenn auch sehr hübschen jungen Mann gehalten. Das kurzgeschorene dunkle Haar liess sein rundes blasses Gesicht voller scheinen; er hatte einen hübschen Mund und grosse hellgraue Augen. Der hohe Wuchs milderte seine Neigung zu Körperfülle, aber er war sehr schwer, rekelte sich immer auf mir herum und verstreute die Asche seiner Zigaretten mit den sehr langen Mundstücken, die er immerfort rauchte, auf mir, und seine Unterhaltung war leeres Geschwätz. Zur Unzufriedenheit von Tante Paula, die ihn nicht mochte, war er täglich bei uns zu Gaste.

Das Fräulein unterbrach etwas unsicher das Schweigen:

„Kennst du eigentlich Pawilikin gut, Kostja?“

„Auch eine Frage! Er ist doch mein bester Freund!“

„So . . .? Ist es denn schon so lange her, dass ihr Freunde seid?“

„Seit diesem Jahre, als ich die Universität bezog. Aber hat das denn etwas zu bedeuten?“