Aber Nikolajew blickte nach der Seite, und sein Gesicht sah eigentümlich, beinahe angeekelt aus.

„Sie haben dafür büßen müssen ... für einen Menschen ...“ sprach er leise.

„Büßen! ... Kann man denn das abbüßen? ... Sehr schön ... Büßen! Nur schade, viel zu wenig! Froh bin ich darüber, froh, froh!“

Mishujew schrie immer lauter und lauter, als ob er sich beeilte, die Wollust des Hasses, in dem er jetzt aufging, in diesem wilden Brüllen auszugießen. Aber je lauter er Worte voller Wut, die ihm jetzt einzig zu passen schienen, herausbrüllte, desto kühler und angewiderter wurde Nikolajews Gesicht. Sobald es Mishujew bemerkte und ihm voll quälender Bitterkeit vorzuwerfen begann, daß er ihn nicht verstehe und nicht mit seinem Schmerze mitempfinden wollte, sagte der mit stiller, aber grausamer Feindseligkeit:

„Diese Leute haben noch ganz anderes zu ertragen gehabt ... Mag sein, daß es in diesem Fall ein Irrtum war, ein blinder Ausbruch abgerackerter Menschen ... Aber, wenn wir die Wahrheit sagen wollen, was bist du denn für sie? Du bist ihnen doch der gleiche Feind wie alle anderen, wie dein Bruder ...“

„Ich?“ fragte Mishujew mit Entsetzen.

„Nun, du auch! ... Du lebtest auch von ihrem Schweiß und Blut, wie alle anderen ... Wenn du sie nicht noch getreten hast, ihnen sogar mitunter halfst ... so ... ist es doch, wahrlich ... kein großes Verdienst ...“

Das zerschlagene Gesicht Mishujews, mit der überhängenden Lippe und dem angeschwollenen Auge, wurde fürchterlich und bemitleidenswert.

„Also hatten sie, nach deiner Meinung, Recht, selbst wenn sie mich totschlugen?“ fragte er mit Entsetzen. Er rang nach Luft, wie ein Fisch auf dem Sand.

Nikolajew erblaßte, und nur stärker noch zitterten seine Finger, die an den Gürtelquasten zerrten.