„Gleich wird er es malen!“ Er wandte sich an Lande und fing eilig, scharf und besorgt an, zu sprechen. „Lande, wir hatten auf der Werschilowschen Mühle folgende Geschichte: Werschilow wollte seinen Arbeitern faules Fleisch geben, und da haben sie ihm die Fenster eingeschlagen und den Geschäftsführer durchgeprügelt ... Zweiundzwanzig Mann sind verhaftet.“

„Na, Lande, hatten die Leute recht?“ fragte Ssemjonow mit gutmütiger Ironie.

„Ja ...“ antwortete Lande fest.

Ssemjonow stieß einen unbestimmten Laut aus und wurde düster.

„Ihre Familien sind in einer entsetzlichen Lage ... Eine furchtbare Geschichte!“ Schischmarjow schüttelte den Kopf. „Wir haben hier einiges für sie getan, — — aber ...!“

Alle schwiegen. Lande blickte auf den Boden und bewegte ein wenig seine dünnen Finger.

Ssemjonow hustete leise; der Schall hallte deutlich über dem Abhang wider. Unmerklich, wie auf Schleichfüßen, stieg der Mond über etwas Schwarzem, Unbegreiflichem immer höher und höher; je höher er stieg, desto begreiflicher und heller wurde dieses Schwarze, und bald lag das gegenüberliegende Ufer klar, wenn auch gespensterhaft, vor ihnen, und weiße Nebelstreifen wurden auf den Wiesen sichtbar. Auch aus dem Flusse hob sich der gleiche, kalte Nebel, und weiße, schweigsame Schatten begannen über das kalte, tiefe Wasser zu gleiten.

Feucht und kalt wurde es. Ssemjonow knöpfte seinen Paletot zu, stülpte sich die Mütze tief über den Kopf, sodaß seine Ohren tief in ihr steckten, und stand auf.

„Ich muß nach Hause ...“ sagte er. „Es wird kalt ... Und du, Ssonja, kommst du mit?“

„Nein,“ antwortete nachdenklich ein Mädchen, so dünn wie ein Grashalm, das die ganze Zeit unbeweglich dicht über dem Abhang gesessen hatte.