... Herr, Herr ... Herr Gott ...

Seinen Kopf durchwirbelten in unglaublichem Chaos Gedanken, flimmerten, schlugen zusammen, verwickelten sich ineinander; alles in ihm ging in dem Gebet auf. Ihm kam nichts als diese Worte in den Kopf; in ihnen drängte sich sein ganzes Selbst zusammen, und in dem Übermaß der Spannung, die bis an die Grenzen des Ertragbaren ging, wuchs etwas Machtvolles, Großes, das unmöglich zwecklos sein konnte, heran.

... Herr, Herr!

Und er fühlte, daß ihm jemand zuhöre, gebieterisch und ruhevoll.

Plötzlich begann in dem Wirbel der Gedanken, unerwartet, unbewußt für ihn selbst, ein einziger Gedanke hervorzutreten, zu erstarken und aufzuleuchten.

... Ich bete, während ich in einem warmen Bett liege; und die Arbeiter Werschilows schlafen jetzt nach einem schweren, auswegslosen Tag auf kahlem Fußboden ...

Er blieb etwas stehen und lauschte erwartungsvoll, in ihm und um ihn. Alles war still, gespannt still, und Lande vernahm jeden seiner schweren und krampfhaften Atemzüge.

... Ja, was soll denn daraus werden? Was soll ich tun? fragte er den in ihm um Rat. Und tief in seiner Seele entstand, erst unmerklich, dann immer stärker und klarer, der abgerissene Wunsch, aufzustehen und sich auf den kalten Boden zu legen.

... Doch darauf kommt es ja nicht an! sagte er sich.

Der Trieb wurde immer größer, überwältigend groß und fing an, ihn zu quälen.