Lande trat hinter ihm in die Einzelzelle ein. Es war ein gewölbtes Zimmer, so klein, feucht und dumpf, daß einem der Gedanke, hier wohne ein ausgewachsener Mensch und nicht etwa ein kleines verjagtes Tierchen, sehr sonderbar vorkam.
Tkatschow überlegte eine Weile, zog die Augenbrauen zusammen und schob dann Lande einen Schemel hin.
„Setzen Sie sich bitte ...“ sagte er mit unbestimmbarem Ausdruck.
Lande ließ sich nieder und sah Tkatschow weich an.
„Was wünschen Sie von mir?“ fragte Tkatschow, während er unter diesem Blick unruhig die Augenbrauen zusammenzog.
Wenn er es tat, nahm sein Gesicht nicht einen herben, sondern einen bemitleidenswerten Ausdruck an, wie er gekränkten Kindern eigen ist.
„Ich wünsche nichts ...“ erwiderte Lande gutmütig. „Ich habe nur von Ihnen gehört und bin gekommen.“
„Wozu denn aber?“ meinte mißtrauisch Tkatschow.
„So, mir tat es weh, daß Sie so erbittert und unglücklich sind; ich dachte mir nun, daß es Ihnen vielleicht leichter wird, wenn ich zu Ihnen komme ...“
„Mitleid? Brauche ich nicht!“ erwiderte Tkatschow abgerissen und dumpf und wandte sich nach dem Fenster ab, während seine schmutzigen, mageren Finger an die Tischkante drückten.