— — — Dieser glückliche Trottel — dachte Mishujew, während er auf seine Füße hinunterschaute; plötzlich regte sich stumpfer Neid in ihm. Wollte man diese Empfindung in Worte übersetzen, so wäre der Unsinn herausgekommen: — ach, wenn ich doch solch ein Idiot wäre! Dann könnte ich ebenfalls glücklich sein wie er, mit meinen Automobilen, Millionen, Maitressen, mit all den Menschen, die mich selbst gar nicht bemerken, sondern nur das, was nicht meine Person ausmacht, die mich fürchten, hassen, an mir kleben bleiben.
„Hier kommt auch unser General!“ rief Parchomenko. „General, kommen Sie doch her! Ohne Sie ist es langweilig!“
Ein alter General mit breiten roten Streifen und einem verschrumpften, rosigen Gesichtchen auf einem Hals, dünn wie bei einem Küchlein, den der schmale, graue Backenbart nicht zu verdecken vermochte, lief, die Füße nachschleppend, auf sie zu. Er begann, den Damen mit freudestrahlendem Gesicht und kraftloser, greisenhafter Koketterie die Hände zu küssen. Man sah ihm an, daß er im voraus fürchtete, fortgejagt zu werden.
Parchomenko zeigte eine Freude, als wäre ihm ein amüsantes Spielzeug gebracht worden.
„Nun, wie ist’s, General, hat der Dampfer von gestern viel hübsche Frauen gebracht? Hat Ihr Herz oft gezuckt?“ er lachte laut und drehte sich vor den Damen, die auf der Bank Platz genommen hatten, auf den Stiefelabsätzen herum.
„Wußten Sie schon, Maria Sergejewna,“ wandte sich Parchomenko zu ihr, und man sah seinem rosigen Gesicht an, daß er im Begriff war, etwas ungemein Geistreiches zum Besten zu geben, „der General geht jeden Abend zur Landungsbrücke; er will der Unvorsichtigen nachstellen, die sich ihm anvertrauen würde ... Er ist ein Don-Juan, wie er im Buche steht. Auf Ehrenwort, — ohne Spaß!“
„So, General — und ich wußte gar nicht, daß Sie so gefährlich sind!“
Eine der blonden Damen Parchomenkos redete ihn gedehnt mit voller, schmachtender Stimme an.
„Oh, Sie kennen ihn eben nicht!“ Parchomenko verschluckte sich vor Entzücken; „jeden Abend läuft er hin. Nur wird er von diesen hartherzigen Damen leider so unhöflich wie möglich behandelt: er sucht an jedem Abend für sie Wohnungen, er schleppt ihre Sachen, er zahlt die Droschkenkutscher, und am nächsten Tag laufen sie, — Gott sei’s geklagt! — mit irgend einem Fähnrich über die Boulevards, und der General wandelt wieder zum Dampfer hin! Auf Ehrenwort, — — — ohne Spaß!“
„Was Sie sagen!“ Die üppige Blonde tat äußerst erstaunt.