Die Mutter sprang erregt auf und stellte sich in den Weg, obgleich sich Schischmarjow noch gar nicht vom Fleck gerührt hatte. Ihre grauen Haare zerzausten sich auf ihrer Stirn. Gierige Angst lugte aus den rund gewordenen, fast wahnsinnigen Augen.
„Sie verleiten ihn dazu!“ schrie sie wütend. „Wie unterstehen Sie sich! Ich werde Sie anzeigen. Das ist Plünderung ... Sie haben sich schon gefreut!“ ...
„Ich ...“ stotterte Schischmarjow verwirrt und verletzt.
„Geben Sie das Geld her!“ kreischte die Greisin auf und riß rasch das Geld mit gekrümmten Fingern, die mit einem Mal knochig und hakenartig, wie Krallen aussahen, aus Schischmarjows Hand.
Auf dem Gesicht des kleinen Studenten zeigte sich wütende Empörung. „So nehmen Sie es doch,“ brüllte er, die Fäuste ballend, so laut, daß man es auf der Straße hören konnte.
Im Augenblick wurde es still. Die Greisin sah ihn mit offenen, erschreckten Augen an. Schischmarjow wandte sich zu Lande hin, bewegte die Lippen, rang nach Atem; ein Krampf verzerrte sein linkes Auge und die eine Backe.
„So geht’s denn doch nicht,“ sagte er mit Mühe. „Adieu ... ich gehe!“
„Geh, Ljonja ...“ antwortete ihm Lande ebenso traurig. „Sei mir nicht böse!“
Schischmarjow machte eine Bewegung, setzte eine ratlose Miene auf, als ob er noch etwas hinzufügen wollte, sagte aber nichts und ging fort. Im Zimmer wurde es still. Die Mutter Landes hielt die Hand mit dem festgepreßten Geld tief in der Tasche; und Lande sah sie traurig und sanftmütig mit offenen Augen an. Sie waren zu zweit in dem kleinen Zimmer, aber jeder fühlte sich, als ob er nur allein wäre.
„Schlage dir gefälligst diese Dummheit aus dem Kopf!“ sprach endlich die Mutter mit verkniffener Stimme.