„Es ist keine Dummheit ...“ Lande schüttelte den Kopf.
„Wem willst du damit imponieren?“ fuhr die Mutter spöttisch fort. „Schämst du dich nicht? Wozu hast du es gebracht!“ Ihre Worte klangen plötzlich weinerlich; gleich nahm sie auch die Hand aus der Tasche und fing an, zu weinen.
Lande schwieg, bitter die Hände ineinander gefaltet. Im Zimmer war es dunkel und grämlich.
„Du wirst mir später selbst einmal danken!“ sagte die Mutter leise.
„Ich weiß nicht. Höre, Mama, wenn du mir nicht das Geld gibst, werde ich es nicht von dir verlangen. Mag es für dich bleiben ...“
Die Mutter fühlte sich gekränkt und beleidigt. „Wie du das nur sagen kannst!“ rief sie mit Tränen der Entrüstung, während sie vorwurfsvoll die Hände ineinander schlug. „Will ich es denn für mich? ... Wozu brauche ich es denn! ... Für mich ist die Zeit zu sterben ... Was du da sprichst, überlege nur!“
Lande schwieg. Dann erst sagte er: „Ich weiß. Doch nicht das will ich sagen. Ich liebe Sie ja, Mama, ich liebe Sie herzlich. Aber Sie glauben, daß Sie mich vor dem Untergang bewahren, indem Sie mir dieses Geld zurückhalten; und ich glaube, daß Sie mich dadurch zugrunde richten. Meinen Sie denn wirklich, daß ich das Geld jemals für mich behalten werde? Ich würde es doch fortgeben, ganz gleich, ob diesen Leuten oder anderen, wenn ich es eben meinem Gefühl nach tuen müßte ... Und daher ...“
„Du bist am Ende ganz verrückt?“ rief die Mutter entrüstet. „Und wovon würdest du leben?“
„Irgendwie schlage ich mich schon durch; darüber braucht man nicht nachzudenken!“ sagte Lande überzeugt.
„Du willst mir wohl ewig auf der Tasche liegen?“ fragte sie giftig.