Lande lief aufgeregt im Zimmer umher.
„Was ist das für eine Frage, Firsow? Wozu das? Übrigens, wenn es Ihnen wichtig ist, an die Kirche glaube ich ganz und gar nicht, das ist selbstver— ...“
„So—o!“ fiel ihm Firsow ins Wort, während er aufsprang und sich mit enger Freude die Hände rieb. „Dieses Gespräch im Zusammenhang mit vielem anderen, sowie mit der Lossagung von Ihrer Mutter ...“
Lande riß die Augen weit auf.
„Das ist nicht wahr, ich habe mich niemals von meiner Mutter losgesagt ... nur habe ich mich entschlossen, getrennt von ihr zu leben, weil —“
„Aber wozu redest du noch ein Wort mit diesem Aas!“ brauste Ssemjonow plötzlich auf und setzte sich im Bett auf, zerzaust und gelb. „Weshalb erlaubst du jedem Strolch, in deine Seele hineinzufassen!“
„Ich verstehe!“ stieß Firsow in dem früheren falschen Ton zwischen den Zähnen hervor, und zog vorsichtig seine Mütze zu sich heran. „Mehr habe ich nicht zu fragen, obgleich ich noch einiges sagen wollte ... was möglicherweise —“ er fügte es mit augengesenkter stolzer Bescheidenheit hinzu — „Ihnen einen gewissen Nutzen bringen könnte ... Aber da es einmal ... genug! Jetzt weiß ich, was ich zu tun habe ... Und Sie können versichert sein, daß ich so handeln werde, wie es mir meine Pflicht und mein Gewissen vorschreiben! ... Jawohl!“
Und Firsow erhob sich triumphierend.
„Ach, du altes Mistvieh!“ schrie wütend Ssemjonow, wollte aufstehen, begann aber furchtbar heiser zu husten und fiel, von kaltem Schweiß übergossen, mit dem Gesicht in die Kissen zurück. Der dünne bloße Fuß, der sich unter der Decke hervorgestreckt hatte, zitterte in krampfhafter Anstrengung.
Schadenfroh sah ihn Firsow an und bleckte die Zähne. „Ja, so—o!“ sagte er gedehnt von oben herab, dann wendete er sich ebenso wieder an Lande. „Und Ihnen möchte ich noch das eine sagen: alle Ihre Handlungen sind nichts als Heuchelei und Lüge ... Den wahren Glauben haben Sie nicht, vielleicht können aber Menschen, die Sie für tieferstehend halten, als sich ... Sie sind eben ein Diener des Antichrist und ...“