Sie traten zusammen mit Ssemjonow herein. Ssonja war ernst, still, machte ihren Schirm zu und setzte sich ebenso Lande gegenüber in die Ecke. Marja Nikolajewna lachte erregt und verlegen, grüßte kaum und blieb mitten im Zimmer stehen, drehte den offenen Schirm auf dem Boden herum, lachte, strahlte mit den Augen und den bloßen Armen und schien Molotschajew überhaupt nicht zu sehen.
Als sie eintrat, fühlte Molotschajew, wie irgend eine Sehne in der Kniekehle nervös zu zittern anfing. Er stand auf und trat an das Fenster; nachlässig angelehnt warf er nur hin und wieder einen raschen, gierigen Blick auf sie.
Der Fuhrmann kam. Man hatte schon von weitem den Wagen rasseln und die Gäule schnauben hören.
„Na, gehen wir!“ sagte Ssemjonow gleichgültig.
Lande wollte den Koffer nehmen, aber Molotschajew rief:
„Ach, was wollen Sie denn damit!“ Er griff selbst zum Koffer und hob ihn auf, als ob es eine Feder wäre, und trug ihn mit dem Vergnügen, seine Kraft zeigen zu können. Marja Nikolajewna sah ihn nur flüchtig an und schaute gleich auf Ssemjonow. Der gebeugte, kranke Student saß schon in seinem verblichenen, grünlichen Mantel mit grüngewordenen Knöpfen in dem Wagen, die Mütze hatte er tief über die Ohren gestülpt.
„Na, lebet wohl!“ rief er traurig, als das Pferd anzog.
„Auf Wiedersehen! auf Wiedersehen!“ riefen ihm junge, lebhafte Stimmen zu.
„Ja, halt!“ Der Fuhrmann hielt ein. „Also du, Lande ... Übrigens, was geht es mich an? Wie du willst! Lebe wohl!“ er schnitt sich selbst das Wort ab und fuhr weiter.
Seine gebeugte, unscheinbare Gestalt hüpfte lange noch inmitten der Straße. Sie nahm sich ganz seltsam aus, war dunkel, es schien, daß in dem hellen, lichten Tag voll Glanz und Freude nur auf ihn allein die warme Sonne nicht scheinen wollte ... Ssonja weinte still.