Sie gingen alle drei zusammen weiter. Der General war hastig und drosch auf irgend einen Unsinn los, mit dem offensichtlichen Bestreben, das verwirrte Mädchen zu ermuntern und ihr zu zeigen, wie freundschaftlich er mit diesem Millionär stände. Anfangs wurde er sogar ohne Grund vertraulich und machte nach einem ziemlich mißlungenen Scherz den Versuch, Mishujew den Arm um die Taille zu legen. Doch rechtzeitig kamen ihm Bedenken. Trotzdem mißfiel Mishujew schon der Anklang an Vertraulichkeit; er wurde kühl.

Das Mädchen errötete fortwährend und blickte Mishujew nicht an. Er konnte nur ihr kleines Ohr, die flaumweiche Haarlocke und den unfaßbar zarten Umriß der errötenden Wange sehen. Sie schritt nach vorn gebeugt, als schämte sie sich, und ihre Absätzchen klopften nicht laut und nur unsicher auf. Wenn der General besonders schiefe Witze machte, senkte sie den Kopf noch tiefer, und ihre Wange begann zu brennen. Doch sobald Mishujew, unwillkürlich dem Wunsch nachgebend, sie aufzumuntern, etwas Lustiges sagte, warf sie plötzlich den Kopf, dessen Kinn so mollig wie ein Kissen war, in den Nacken zurück und lachte hell auf. Mishujew blickte auf dieses Kinn: es war so abgerundet und zart, daß man glauben konnte, bei seiner Berührung müßte man ein Gefühl der Wärme empfangen. Unwillkürlich begann er liebenswürdig und lustig auf sie einzuwirken, um sie nur zum Lachen zu bringen.

Sie hatte eine ganz wunderbare Art zu lachen: da beginnt zuerst etwas zu klingen und reißt ab, dann schaut sie ihm mit den dunklen Augen gerade ins Gesicht, ihr Blick geht in ein verschämtes Lächeln über und wird plötzlich ganz ernst.

Sobald sie nur das erste Mal gelacht hatte, wurde es Mishujew froh zumute, und ihm gefiel dieses Pärchen — dieses mädchenhafte Weib und selbst der gutmütige, ängstliche General mit den ungeheuerlich breiten Hosenstreifen und den vorbeigelingenden Witzen. Auch machte es ihm Spaß, daß der Greis sie „Kindchen“ und sie ihn „Papachen“ anredete. Das war so naiv und schön.

Sie gingen durch den ganzen Park, wo sich die duftige, blaue Dämmerung verdichtete und einsame Pärchen mit leisem, geheimnisvollem Lachen und Flüstern umherstreiften. Leichte Stimmung ließ sich auf Mishujew nieder, wie er sie seit langem nicht mehr gekannt hatte; er wurde einfach, gesprächig und lustig. Er begann von seinen Auslandsreisen zu erzählen, schilderte recht humorvoll, wie er sich auf der Spitze der Cheops-Pyramide ausnahm und kam dann, um dem Mädchen vertrauter zu werden, auf seine Gymnasialzeit zu sprechen.

„Sind Sie denn aufs Gymnasium gegangen?“ Aus irgend einem Grunde wunderte es den General.

„Ja, wir sind sehr einfach erzogen worden; auch unsere Mittel waren damals bescheidener.“

Mishujew verstummte. Er rief in der Erinnerung das beinahe vergessene Bild des Pennals hervor und mußte lachen.

„Was für komische Käuze hatten wir unter unseren Paukern.“

„Wir hatten auch solche —“