Lande wandte sich rasch um, und seine Augen leuchteten in weichem und zärtlichem Lächeln auf.
„Meine Mutter quält mich!“ sagte er leidend.
Seltsam schimmerte dieses Leiden durch das helle, stille Lächeln.
Molotschajew ließ den Blick mit kühlem Haß über Marja Nikolajewnas Hand, die auf Landes Ärmel lag, gleiten, wandte sich ab und rauchte sich eine Zigarette an.
„Womit?“ fragte still das Mädchen.
„Sie verlangt ununterbrochen von mir ein Leben, zu dem ich nicht fähig bin ... Sie drängt in mich, daß ich Geld nehme und nach dem Ausland fahre; und ich will es nicht. Ich habe dort nichts zu suchen. Die Menschen sind überall gleich ...“
„Das Leben ist anders!“ versetzte Schischmarjow.
„Nein, auch das Leben ist gleich, weil die Menschen gleich sind. Ich glaube nicht, daß das Leben von der Anzahl der Eisenbahnen, Universitäten und ähnlichem mehr abhängen könnte. Das Leben ist im Menschen, man muß es nur auszunützen verstehen. Und übrigens ... wenn dort auch das Leben anders sein sollte, weshalb müßte ich denn hinfahren? Ich würde es sicher nicht leben können ...“
„Es wenigstens ansehen!“ rief Schischmarjow mit innerer Lebhaftigkeit und durchbrechender leidenschaftlicher Schwärmerei.
„Nein, das wäre schlecht von mir ...“ erwiderte Lande, lächelte sein sanftmütiges Lächeln und fügte hinzu: „Nein, aber ich möchte einfach irgendwohin gehen.“