„Konnte ich denn darauf eingehen — ein Prophet zu werden, wenn ich keiner bin?“
Schischmarjow besann sich plötzlich, rieb die Hände und sagte düster:
„Ja, gewiß ...“
Er begleitete Lande bis an die Stufen heraus.
Der Mond war finster und grämlich.
„Lebe wohl!“ rief Lande zurück, während er sich in der Finsternis entfernte.
„Lebe wohl!“ tönte ihm die Antwort.
Schischmarjow stand lange auf den Stufen, kehrte dann in sein Zimmer zurück und setzte sich an den Tisch. Auf dem Tisch brannte die Lampe, aber ihr enger Lichtkreis fiel matt und welk an den Seiten herab. Die Zimmerecken waren in völlige Dämmerung gehüllt. Schischmarjow rückte das Buch näher; die Buchstaben drängten sich vor seinen Augen, ohne sich dem Gehirn einzuprägen. Eine eigentümliche Aufregung bemächtigte sich seiner. Er setzte sich bald, bald stand er auf, als wäre etwas Ungeheures über ihn gekommen, das ihn peinigte. Alle Gedanken und Gefühle waren von der Gestalt Landes erfüllt. Es war schwer, an ihn zu denken; die Vorstellungen sprangen durcheinander, verwickelten sich, eine löste die andere ab. Landes Stimme, weich und schwach, gellte in den Ohren; ein undeutliches Bild stand neben ihm, nebelhaft und groß.
Schischmarjow zuckte plötzlich die Achseln und lachte unnatürlich scharf, obgleich er noch nie zuvor gelacht hatte, wenn er allein war. Das Lachen gellte ihm selbst in den Ohren.
„Weiß der Teufel!“ sagte er heiser.