Den Busen vorgestreckt, den Rock über den Knieen gerafft und wie zur Attacke geschwenkt, sprang ein Weib mit feschem und elastischem Changieren der Füße, die Schultern entblößt und den Hut frech aufs Ohr gerückt, in das Zimmer hinein.

Es wurde schon lange getrunken. Wein, Zigarrenrauch, die von elektrischem Licht, Ausdünstungen und Likörs durchsättigte Luft hatten die Männer so furchtbar erregt, daß das Weib zur Notwendigkeit wurde. Man brauchte eine Stelle, auf die man die übermäßige Spannung der schlaflosen tollen Nacht entladen konnte.

Beim Eintritt des Weibes brauste eine hinreißende, fast wahnsinnige Bewegung auf, Parchomenko stürzte ihr, rot, mit blutunterlaufenen Augen und feuchtem Schnurrbart, entgegen, warf einen Stuhl zur Seite, packte sie an der schlanken, dünnen Taille, die in ein durchbrochenes Mieder gespannt war, hob sie in die Luft und stellte sie im Fluge auf den Tisch. Eine Flasche fiel um, und ein Glas ging in Scherben.

„Au! Sie schmeißen mich um!“ schrie sie, und ihre unaufrichtige, gewohnheitsmäßig erregte Stimme peitschte die sinnlose Fröhlichkeit noch höher.

„Hurra!“ rief Parchomenko, „es lebe die Schönheit! Gebt ihr Wein ... Sie soll nachholen, was sie versäumt hat.“

Alle drängten sich in dichtem, engem Haufen auf das Weib. Die Augen verspritzten scharfe Funken, die Finger haschten gierig nach ihren ausgeprägten Schenkeln, den elastischen Beinen und den runden, entblößten Armen. Parchomenko führte ein Kelchglas mit gelbem Sekt an ihre lachenden scharlachroten Lippen; Opalow, dessen weiße Backen dunkelrote Flecken bekamen, küßte sie oberhalb des Handschuhs auf den bloßen Arm; ein dicker Börsianer, mit feuchtem Mund, der fast bis an das Kinn aufgerissen war, schmatzte und gluckste, wie ein feistes, sattes Tier im Augenblick der Begattung. Es schien, als ständen sie alle auf dem Punkt, sich auf dieses nackte, schmackhafte Fleisch, das hinter den schwarzen Spitzen hervorlugte, zu stürzen und es mit Winseln und Beißen zu zerfleischen.

Nur Podgurski trank gleichgültig seinen Likör, und Mishujew lastete, wie immer schwer und düster, auf dem Divan und schaute mit schläfrigen, großen Augen um sich.

Die anderen trugen das Weib auf den Divan und ließen es dort niederfallen, wobei sie ihm wahrscheinlich Schmerzen verursachten; aber die Frau lachte nur laut auf, schlug mit den Spitzen ihrer schamlosen Finger auf die Hände, die nach ihrem Körper griffen, und schrie herrisch und gleichzeitig unaufrichtig:

„Regen Sie sich nicht zu sehr auf! Nicht aufregen, meine Herren! ... Hände weg! Sekt her! ... Ich will heute betrunken sein! ... Ich bin vergnügt ... Wenn Sie nur dabei gewesen wären, wie mich heute das Publikum aufnahm! Ein Triumph!“

Und unvermittelt sang sie laut ein Stück aus einem feschen Chanson.