Aber Parchomenko hörte nichts oder wollte nichts hören. Sein rotes, schwarzbärtiges Gesicht sah in der wütenden, wollüstigen Grausamkeit fürchterlich aus.

„Haben Sie denn nicht gehört? Nehmen Sie die Hände weg, sage ich Ihnen!“ rief plötzlich Podgurski, nicht laut, aber drohend, und seine Stimme war so eigentümlich, daß Mishujew sich verwundert umsah. Er erwartete, daß Parchomenko antwortete. Aber der ließ augenblicklich von dem Frauenzimmer ab; durch seinen Blick, der noch in grausamer Erregung leuchtete, zuckte hastige Furcht.

„Wir bringen es gleich wieder in Ordnung,“ sagte versöhnlich Opalow. „Geben Sie mir ein paar Stecknadeln ...“ Er wandte sich freundlich an die Sängerin, die ihre Spitzenfetzen zusammenraffte.

„Sieh mal einer an, welch Edelmut!“ murmelte Parchomenko frech und gleichzeitig feige, während er wie ein Hund zur Seite wich und scheele Blicke herüber warf. „Man darf sich nicht mehr ein bißchen amüsieren ... wir haben noch ganz andere gehabt! ...“

„Alles hat seine Grenzen ...“ bemerkte Mishujew kühl.

Parchomenko verstummte für einen Augenblick; er schien allen Halt verloren zu haben. Bald wurde er aber wieder unnatürlich lebhaft und wandte sich an die Sängerin. Er hatte verstanden, daß der Auftritt niemandem gefallen hatte und war kleinlaut geworden.

„Ach was, Stecknadeln! ... Lassen Sie mich, Opalow ... Ich weiß ein besseres Mittel.“

Zwei Hundertrubelscheine erschienen in seiner Hand, und er steckte sie dem Weibe feierlich in den Ausschnitt, wobei er seine ganze Hand zwischen ihren flaumweichen, üppigen Brüsten versenkte.

„Hier, Emmachen! Sei nicht böse!“

Emma wurde sofort still; dann begann in ihren Äuglein ein gieriges Feuerlein zu funkeln; plötzlich küßte sie Parchomenko direkt auf den schwarzen, feuchten Schnurrbart.