„Muß das sein!“ rief das Frauenzimmer und lachte abgerissen, als wäre sie mit kaltem Wasser bespritzt worden. Aber trotz ihres geheuchelten Lachens sah Mishujew, wie früher, eine scharfe Röte auf ihr Gesicht treten.
„O nein, nein! Da hilft nichts! Eine amerikanische Auktion! ... Sträube dich nicht lange!“ schrie Parchomenko, der durch seine Erfindung selber mehr und mehr in Aufregung geriet.
Mishujew sah sie regungslos an.
Und dann spielte sich vor seinen Augen in einem wilden Taumel von Geilheit und Leidenschaft eine aufregende, blödsinnige Szene ab.
Emma wollte sich nicht selbst auskleiden und sträubte sich lange. In ihren Augen leuchteten Funken armseliger abgehetzter Scham, und ihre Backen bedeckten sich mit rosigen Flecken. Parchomenko, der schon schwer zu atmen begann, zerrte ihr fast mit Gewalt die Bluse von den runden, strahlenden Schultern, und plötzlich bebten und schwankten vor den gierigen Augen der Männer zwei elastische, junge Brüste, die nun, nachdem sie von dem engen Korsett und den Spitzen des Seidenhemdes befreit waren, ein wenig voller wurden.
Von diesem Moment an fiel Mishujew das sinnlose Gesicht Opalows auf: der stand da in keuchender Gier, gespannt wie eine Saite, damit ihm auch nicht eine Regung des entblößten, weiblichen Körpers verloren ginge. Als das Weib mit dem nackten Oberkörper auf den Stuhl gehoben wurde und sich instinktiv mit den Armen zu decken suchte, taumelte er. Mishujew schien es, daß er nur den einen Gedanken hatte, auf sie zuzustürzen und diese verhüllenden Arme loszureißen.
„Ah ... ah ... die Hände, die Hände!“ rief Parchomenko wie betrunken. „Hände weg! ... Alles muß zum Vorschein kommen! Was für eine Auktion wäre das ... So geht es nicht!“
Eine Minute lang sträubte sich Emma innerlich; es war sonderbar, diesen Kampf bei einem Weibe mitanzusehen, das sich all und jedem für Geld hingibt. In dieser Szene lag etwas, das über ihre Kräfte ging, und gerade das peitschte in den Männern die Gier nach Wollust und Grausamkeit höher auf. Selbst Mishujew fühlte, wie ihm eine trübe, heiße Welle zu Kopfe stieg.
Plötzlich funkelte in ihren Augen ein fast stolzer, doch gleichzeitig hilfloser, haßerfüllter Strahl auf ... langsam hob sie die Hände empor.
Jetzt stand sie offen vor ihren Augen, unwiderstehlich durch ihre Unterwürfigkeit an sich lockend. Der Körper bog sich schamlos nach hinten aus, nur ihre dunkelgewordenen Augen auf dem wie ausgestorben lächelnden Gesicht blickten kühl und bange. Es war schön und furchtbar: man konnte kaum glauben, daß es sich da nur um eine Kokotte, eine Sängerin aus dem Varieté handelte.