Was geht jetzt in ihr vor? schwirrte es undeutlich durch Mishujews Kopf.

„Also!“ rief Podgurski, während er mit dem Messer an den Rand des Kelchglases klirrte, und mit seiner Stimme übertönte er das scharfe, leiderfüllte Klirren. „Ein Weib, namens Emma, wird in öffentlicher Auktion meistbietend versteigert. Besichtigung, ja sogar Berührung mit den Händen ist Kauflustigen gestattet! ... Nach eingehender Schätzung ...“ er wurde für eine Weile verlegen und endete mit entschlossener Stimme auf gut Glück, „na, dreihundert Rubel. Wer bietet mehr?“

„Vierhundert!“ rief Parchomenko und hob seinen Kelch.

„Nu, was, — so soll es fünfhundert heißen!“ der Börsianer verschluckte sich fast vor Entzücken; sein Gesicht erhielt mit einem Mal einen gierigen und zügellos geilen Ausdruck.

Podgurski blickte ihn an und lächelte.

„Fünfhundert,“ sagte er, „wer mehr? Eins ...“

Opalow, tiefrot und schweißbedeckt, lächelte verwirrt und sinnlos. In seinem Hirn schwankte der wahnsinnige Gedanke: sich von irgend woher das Geld zu leihen. Und wie ein Blitz durchliefen sein Denken gleichzeitig verflechtende Vorstellungen, die sich wie ein Alpdruck auf ihn legten: die Rechnung am nächsten Tage für das Hotelzimmer, das er noch zu bezahlen hatte, die Rückreise nach Moskau und das blasse, vergrämte Gesicht seiner Frau. Aber der nackte, herrliche weibliche Körper stand abgerundet und strahlend vor seinen Augen.

Irgendwie ... später bekomme ich es ... dachte er, nahe daran, jeden Halt zu verlieren; aber doch war er sich noch ganz klar, daß er an keiner Stelle Geld bekommen könnte, daß er nach Hause fahren müsse, daß er es doch nicht wagen wird. Und ein erbärmliches, erniedrigendes Lächeln verzerrte sein hübsches, feines Gesicht.

Die Auktion dauerte fort. Die ungewöhnliche Umgebung, das halbnackte Weib, offen zum Verkauf ausgestellt, wie auf einem orientalischen Markt, all dies erregte die Männer bis zur äußersten, fast gefährlichen Spannung. Man konnte glauben, daß sie, abgesehen von diesem Weib, überhaupt noch kein nacktes Weib jemals früher gesehen hätten. Mishujew merkte, daß selbst er sich dem Einfluß nicht entziehen konnte. Seine breiten Nüstern blähten sich allmählich auf. Er sah die glühenden Gesichter an, ließ den Blick drohend über den nackten weiblichen Körper gleiten, und ein kurzer Gedanke schwirrte durch seinen Kopf.

Wie wäre es, sie ihnen vor der Nase wegzuschnappen ...?