„Können Sie denn Millionären nicht einmal das primitivste Reinlichkeitsgefühl zubilligen?“ fragte Mishujew ernster als er wollte und lächelte mit verzerrten Mienen, als wäre eine seiner Backen in einem Krampf zusammengezogen.
Podgurski blickte ihn aufmerksam an und wechselte plötzlich das Thema. Er begann Witze zu erzählen, sich über Parchomenko und das Jaltaer Publikum lustig zu machen; unvermittelt bat er dann um hundert Rubel.
Mishujew griff mechanisch in die Tasche und gab ihm das Geld, während er an etwas anderes dachte. Als er die Geldtasche öffnete, durchbohrte Podgurski mit scharfen Blicken die buntfarbigen Ränder der Geldscheine, die daraus hervorlugten, und als Mishujew die Tasche auf den Tisch legte, konnte er seine Augen nicht gleich von ihr abwenden.
„Eins kann ich nicht verstehen! ...“ sagte Mishujew langsam, wie zur Antwort auf seine eigenen Gedanken.
„Was?“
Mishujew antwortete nicht gleich und blickte mit einem betrübten Ausdruck zur Seite, als wagte er es nicht, etwas Wichtiges und Schwieriges auszusprechen.
„Sehen Sie,“ er stotterte und blickte noch immer nicht auf, „worauf ich auch zu sprechen komme, was ich auch tun mag, niemand sieht es mit denselben Augen an wie bei einem anderen ... Niemand sagt es mir, daß meine Gedanken, meine Gefühle falsch sind, sondern alle meinen: der Millionär ... die Millionen ... Wenn Sie wüßten, wie das ... langweilig ist!“
Mishujew verzog sein Gesicht zu einem ungeschickten Lächeln; an ihm zeigte sich, daß er statt „langweilig“ eigentlich ein stärkeres und ernsteres Wort brauchen wollte.
Podgurski sah ihn mit weitgeöffneten Augen an. Er hatte das Gespräch von neulich längst vergessen und konnte nicht verstehen, was Mishujew damit sagen wollte.
Schließlich wird Tschetyrjow wohl recht behalten! dachte er gespannt: es reißt ihn offenbar ordentlich zusammen! ... Ein Dummkopf ist er trotzdem ... wird am eigenen Fett ersticken!